Mainzer GAU und WOW des Monats

Was hat uns in diesem Monat besonders gefallen? Und was war ziemlich schlecht? Die Merkurist-Redaktion nennt ihr „Wow“ und ihren „Gau“ des Monats.

Mainzer GAU und WOW des Monats

WOW: EM in der eigenen Stadt

EM im eigenen Land? EM in der eigenen Stadt! Die Fußball-Europameisterschaft 2024 findet nicht nur in den Austragungsorten statt, sondern unter anderem auch in Mainz. Hier hat zum einen die Slowakei ihr Lager aufgeschlagen: Das Team von Francesco Calzona übernachtet im Hyatt-Hotel am Rheinufer, trainiert im Bruchwegstadion und lässt sich von Friseur Mehmet Ali Müsna die Haare schneiden. Den Mannschaftsbus sieht man seit Wochen durch die Straßen fahren. Zum anderen ist da die Begeisterung der Fans in Mainz: Autokorsos, Bengalos und volle Biergärten. Auch wenn die Autokorsos manchem Anwohner den Schlaf rauben – die EM sorgt wieder für ein echtes Sommermärchen.

Übrigens: Deutschland und die Slowakei könnten im Finale aufeinandertreffen.

Von Ralf Keinath

GAU: Und jährlich grüßt die Kaufhof-Insolvenz

Man kann schon fast die Uhr danach stellen: 2024 hat die Kaufhauskette Galeria Karstadt Kaufhof wieder Insolvenz angemeldet. Es war das dritte Insolvenzverfahren innerhalb von dreieinhalb Jahren. Mit dem Verfahren ging auch das Bangen um die Mainzer Filiale wieder los. Nach der anfänglichen Hiobsbotschaft im April, dass der Mainzer Kaufhof tatsächlich schließen müsse, wendete sich das Blatt im Juni doch noch: Es gibt einen neuen Investor, der Mainzer Kaufhof ist gerettet. Eigentlich könnte man sich über diese Nachricht freuen. Doch stattdessen drängt sich nur eine Frage auf: Wie lange bis zur nächsten Insolvenz? Vielleicht täte die Stadt Mainz besser daran, sich endlich von der krisengeplagten Filiale zu verabschieden und ein robusteres Projekt an dem Standort zu verfolgen. Als Bonus könnten die Mainzer Galeria-Mitarbeiter direkt übernommen werden – und dann vielleicht endlich wieder ruhig schlafen.

Von Veronika Dyks