Nach der Ankündigung des Koblenzer Fahrradherstellers Canyon, zahlreiche Stellen abzubauen, hat sich nun die IG Metall Koblenz zu den Plänen geäußert. Das teilt die Gewerkschaft in einer Stellungnahme mit.
Die IG Metall nehme die Pläne zur Kenntnis und sei sich bewusst, dass die Branche Überkapazitäten habe und ein gewisser Anpassungsdruck bestehe. „Wir sind noch nicht davon überzeugt, dass der genannte geplante Abbau in dieser Höhe notwendig ist“, sagt Ali Yener, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Koblenz.
Yener würdigt zwar das Bekenntnis des Canyon-Gründers Roman Arnold zum Standort Koblenz, betont jedoch, dass in der Region jeder vierte Arbeitsplatz bei dem Unternehmen wegfallen solle. Die Gewerkschaft will nun wissen, welche Ziele mit der Maßnahme verbunden sind. „Geht es um Renditeziele, oder darum Canyon auf die aktuellen und erwartbaren Marktbedingungen einzustellen“, so Yener.
Im nächsten Schritt werde man die Pläne gemeinsam mit dem Betriebsrat besprechen, kündigt Markus Friedel an, der bei der IG Metall für Canyon zuständig ist. „Wir müssen wissen, wie die Zahl der 320 Stellen zustande kommt und welche Bereiche betroffen sein sollen.“ Ziel sei es, „Alternativen zum Personalabbau und Perspektiven für die betroffenen Beschäftigten zu entwickeln.“
Auf Einladung des Betriebsrates soll in der kommenden Woche eine Betriebsversammlung für den gesamten Standort Koblenz stattfinden. Im Anschluss wollen sich der Betriebsrat und die IG Metall gemeinsam öffentlich äußern und zu einem Pressegespräch einladen. Canyon beschäftigt in der Region Koblenz rund 1.200 Mitarbeiter.