Der Bau des geplanten neuen Koblenzer Großklinikums am Standort des Kemperhofs soll in zehn Jahren vollendet sein. Das geht aus den Ausschreibungsunterlagen der Stadt hervor.
Danach soll der eigentliche Bau „voraussichtlich 2029“ beginnen und im Jahr 2036 nach Fertigstellung seiner Bestimmung übergeben werden. Vorher sind noch mindestens zwei Jahre Planungsarbeiten nötig. Mit der Ausschreibung sucht die Verwaltung vorerst nur ein Unternehmen, das die Projektsteuerung für den gigantischen Bau mit einer Geschossfläche von 78.500 Quadratmetern übernimmt.
Geplant sind demnach zwei Bauabschnitte für den künftigen „Gesundheitscampus“. Wegen des „hohen Sanierungsbedarfs“ des Evangelischen Stifts soll zunächst ein Neubau für die bisher in der Vorstadt gelegene Klinik am neuen Standort Kemperhof entstehen. Der Stift soll „so früh wie möglich“ in den Neubau umziehen. Dadurch würden „hohe Sanierungskosten“ am Altbau vermieden.
Mehrere Operationssäle und Palliativstation
Geplant sind unter anderem der Bau von Funktionsbereichen für Radiologie, Kardiologie und Strahlentherapoie sowie mehrerer Operationssäle. Dazu kommen eine Palliativstation, eine Intensivstation mit 24 Betten sowie zwei „Komfortstationen“ für Privatpatienten mit 60 Betten und eine Reha-Abteilung mit Turnhalle, Schwimm- und Bewegungsbad.
Auf dem Dach des Stift-Neubaus soll ein Landeplatz für Rettungshubschrauber entstehen. Der bisherige Bodenlandeplatz vor dem Kemperhof entfällt dann. Geplante Fertigstellung dieses ersten Bauabschnitts: Drei Jahre nach Baugenehmigung.
Gesundheitscampus mit 770 Betten
Danach soll der zweite Bauabschnitt mit dem Neubau des Kemperhofs beginnen. Das bisherige Gebäude bleibt während der gesamten Bauphase weiter in Betrieb und wird erst nach Fertigstellung des Neubaus abgerissen. Der neue Gesundheitscampus soll nach Inbetriebnahme 770 Betten für Patienten bieten – 20 weniger als beide Kliniken bisher gemeinsam haben. Insgesamt werden dann 15 Operationssäle und drei Kreißsäle bereitstehen. Die bisherige Kinderklinik mit 75 Betten bleibt erhalten.
Ziel des gesamten Projekts ist laut Ausschreibung ein nachhaltiger Neubau, dessen Qualität mindestens der Zertifizierung für Gesundheitsbauten „Gold“ der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) entspricht.