Mülheim-Kärlich: Wie geht es mit dem Freizeitbad Tauris weiter?

Nach jahrelanger Suche gibt es eine neue Perspektive für das Tauris in Mülheim-Kärlich. Die Verbandsgemeinde Weißenthurm will das Gelände übernehmen und ein neues Schwimmbad für Schulen und Vereine bauen.

Mülheim-Kärlich: Wie geht es mit dem Freizeitbad Tauris weiter?

In die festgefahrene Debatte um die Zukunft des Freizeitbades Tauris in Mülheim-Kärlich kommt neue Bewegung. Die Verbandsgemeinde (VG) Weißenthurm hat Interesse an einer Übernahme des Geländes bekundet und ein konkretes Konzept vorgelegt. Die SPD- und CDU-Fraktionen im Stadtrat unterstützen den Vorschlag und drängen auf eine schnelle Entscheidung.

Der Plan der Verbandsgemeinde sieht vor, das Areal im Rahmen einer Erbbaupacht zu übernehmen. Wie aus den Sitzungsunterlagen der Stadt Mülheim-Kärlich hervorgeht, soll auf dem Gelände eine neue Schwimmhalle errichtet werden, um das Schul- und Vereinsschwimmen ganzjährig zu sichern. Das bestehende Gebäude des ehemaligen Freizeitbades könnte demnach zu einer Sport- und Freizeithalle umgebaut werden.

Dieser Vorschlag kommt nach einer langen und bisher erfolglosen Suche nach einer Lösung für das Tauris. In den vergangenen Jahren scheiterten bereits drei Ausschreibungsverfahren, mit denen die Stadt einen Investor für das Bad finden wollte. Das oberste Ziel war dabei stets, eine Möglichkeit für das Schulschwimmen zu erhalten.

Breite politische Unterstützung für den Vorschlag

Die SPD- und CDU-Fraktionen im Mülheim-Kärlicher Stadtrat unterstützen die Pläne der Verbandsgemeinde entschieden. In einem gemeinsamen Antrag von Anfang September fordern sie Stadtbürgermeister Gerd Harner (FWG) auf, der VG ein offizielles Angebot zur Übernahme zu unterbreiten. Um diesen gemeinsamen Weg zu ermöglichen, zogen beide Parteien ihre früheren, eigenen Anträge zurück. Damit soll eine zeitnahe Lösung für die „Schwimmproblematik in Mülheim-Kärlich“ ermöglicht werden, wie es in den Anträgen heißt. Über den Vorschlag soll der Stadtrat am Donnerstag, 24. September, entscheiden.

Eine zentrale Bedingung der Verbandsgemeinde ist der Verzicht auf den Erbbauzins, also die Pachtgebühr für das Grundstück. Laut Stadtverwaltung ist dies rechtlich möglich, da es sich um eine gemeinnützige Nutzung zur Sportförderung handelt. Ein solcher Verzicht müsste allerdings von der Kommunalaufsicht genehmigt werden. Ähnliche Regelungen gibt es bereits bei Grundstücken für Kindertagesstätten.

Konkrete Bedingungen und ein konkurrierender Antrag

Das Angebot an die Verbandsgemeinde soll an klare Bedingungen geknüpft werden. So fordert der Antrag der Fraktionen, dass ein ganzjährig nutzbares 25-Meter-Schwimmbecken für die Öffentlichkeit und insbesondere für das Schulschwimmen entsteht. Die bestehende Bausubstanz des Tauris soll in ein Gesamtkonzept für weitere Freizeitangebote einbezogen werden. Das Gebäude selbst soll für einen symbolischen Euro übertragen werden.

Damit stellen sich SPD und CDU gegen einen Antrag der FWG-Fraktion. Diese hatte gefordert, ein weiteres europaweites Ausschreibungsverfahren zu starten, um einen privaten Investor zu finden und die bisherige Struktur des Freizeitbades zu erhalten. Auch über diesen Antrag muss der Stadtrat noch entscheiden.