Neue Hoffnung für die Schängel-Fähre in Koblenz?

Nach dem angekündigten Aus für die Traditions-Fähre „Schängel“ gibt es neue Hoffnung. Die Stadt Koblenz prüft jetzt, wie die Verbindung gerettet werden kann.

Neue Hoffnung für die Schängel-Fähre in Koblenz?

Die Nachricht sorgte für Bestürzung in Koblenz: Nach mehr als 70 Jahren soll die Traditions-Fähre „Schängel“ nicht mehr zwischen der Altstadt und Ehrenbreitstein verkehren. Als Gründe nannte der Betreiber Marc Gilles Personalmangel, hohe Kosten und das Alter des Schiffes (Merkurist berichtete). Nun schaltet sich die Politik ein und macht Hoffnung auf eine mögliche Rettung der bei Einheimischen und Touristen beliebten Verbindung.

Anlass ist ein Antrag der Freien-Wähler-Fraktion, die eine sofortige Wiederinbetriebnahme der Fähre fordert. In einer Stellungnahme lehnt die Stadtverwaltung diesen Antrag zwar ab, prüft aber gleichzeitig, wie die Verbindung gerettet werden kann.

Stadt lehnt Antrag ab, aber prüft Lösungen

Die Verwaltung verweist in ihrer Stellungnahme auf die angespannte Haushaltslage, die eine direkte Subventionierung als freiwillige Leistung nicht zulasse. Zudem bestünden mit Bussen und der Seilbahn bereits alternative Verbindungen. Die Entscheidung über den Betrieb liege grundsätzlich beim privatwirtschaftlichen Betreiber, der mit Fachkräftemangel und hohen Investitionskosten konfrontiert sei.

Dennoch gibt es ein klares Bekenntnis zur Bedeutung der Fähre. Wie die Stadt mitteilt, enthält der Nahverkehrsplan 2025 einen Prüfauftrag, um die Zukunft der Verbindung zu sichern. Demnach sollen verschiedene Möglichkeiten untersucht werden, um den Betrieb aufrechtzuerhalten.

Mit dem Nahverkehrsplan gibt die Stadt Koblenz als Aufgabenträgerin einen verbindlichen Rahmenplan zur Gestaltung des ÖPNV in den folgenden circa fünf Jahren vor. Der im Februar 2019 beschlossene Nahverkehrsplan wurde kürzlich aktualisiert und am 5. Februar 2026 durch den Koblenzer Stadtrat beschlossen.

Neuer Plan für die BUGA 2029

Allerdings wäre eine Rettung teuer. Die Verwaltung rechnet bei einer Fortführung des bisherigen Betriebs mit einem jährlichen Zuschuss von bis zu 300.000 Euro. Hinzu kämen Kosten für ein neues Schiff, da eine Reparatur der alten „Schängel“ nicht mehr sinnvoll erscheint.

Konkret prüft die Stadt nun Finanzierungsmöglichkeiten, die Unterstützung bei der Personalsuche und die Neubeschaffung eines modernen, barrierefreien Elektroschiffes. Eine Idee ist, die Fährverbindung in die Tagesausflugsschifffahrt zu integrieren, die für die Bundesgartenschau 2029 geplant ist.