Bildergalerie: So sah Koblenz vor 40 Jahren aus

Eine Zeitreise in das Jahr 1986: Historische Aufnahmen zeigen Koblenz im Wandel und die Ereignisse, die den Alltag der Menschen damals prägten.

Bildergalerie: So sah Koblenz vor 40 Jahren aus

1986 war ein Jahr der Gegensätze: Während viele Menschen die 1980er-Jahre mit einem starken Gemeinschaftsgefühl verbinden, war die Welt zugleich von politischen Spannungen geprägt. Auch in Koblenz spiegelten sich diese Kontraste wider. Historische Aufnahmen zeigen, wie die Stadt vor rund 40 Jahren aussah und was den Alltag damals prägte.

Wirtschaftsmotor und autogerechte Stadt

Wirtschaftlich war Koblenz 1986 mit seinen damals rund 111.000 Einwohnern, nur etwa 2.000 weniger als heute, ein stabiles Oberzentrum im nördlichen Rheinland-Pfalz.

Die Bedeutung der Stadt stützte sich auf drei Säulen: Als wichtiger Verwaltungs- und Behördenstandort bot der Dienstleistungssektor viele Arbeitsplätze. Gleichzeitig war Koblenz durch seine Lage an Rhein, Mosel und den Autobahnen A3 und A61 ein zentraler Handelsknotenpunkt.

Als Einkaufsstandort zog die Innenstadt Kundschaft aus dem Westerwald, der Eifel und dem Hunsrück an. Neben großen Warenhäusern wie Quelle und GEWA am Zentralplatz hatte sich das Löhr-Center bereits rund zwei Jahre zuvor als eines der ersten Einkaufszentren der Region etabliert.

Kulturell brachte die 1986 gegründete Diskothek „Extra Dry“ frischen Wind in das Koblenzer Nachtleben und prägte die Clubkultur bis in die 1990er-Jahre.

Das Stadtbild war jedoch noch stark von der Idee der „autogerechten Stadt“ geprägt. So war es damals üblich, dass große Plätze in der Altstadt wie beispielsweise der Münzplatz und der Görresplatz als Stellplätze für Autos genutzt wurden.

Parallel dazu veränderte die Koblenzer Altstadt ihr Gesicht: Die großflächige Altstadtsanierung, die bereits in den 1970er-Jahren beschlossen worden war, wurde auch in den 80er-Jahren fortgesetzt. 1986 wurde schließlich der Jesuitenplatz neu gestaltet. In diesem Zusammenhang kehrte auch das für den Platz charakteristische Johannes-Müller-Denkmal an seinen ursprünglichen Standort zurück, nachdem es nach dem Zweiten Weltkrieg aus verkehrstechnischen Gründen in die Südallee versetzt worden war.

AKW-Start im Schatten von Tschernobyl

Doch das Jahr war auch von großen Sorgen und politischen Spannungen geprägt. Am 1. März 1986 ging das Kernkraftwerk Mülheim-Kärlich vor den Toren von Koblenz in Betrieb. Nur wenige Wochen später, am 26. April 1986, überschattete die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl das Ereignis. Die radioaktive Wolke, die auch über Rheinland-Pfalz zog, löste massive Ängste aus und befeuerte Bürgerproteste. Gut zwei Jahre später, am 9. September 1988, musste das Kernkraftwerk Mülheim-Kärlich wieder vom Netz gehen.