Die Stadt Koblenz hat in einer Antwort auf eine Anfrage der Ratsfraktion Die Linke-PARTEI eine ernüchternde Bilanz zur Sozialbauquote gezogen. Obwohl das Instrument seit 2016 für mehr bezahlbaren Wohnraum sorgen soll, sind in den entsprechenden Neubauprojekten bisher lediglich 20 Sozialwohnungen entstanden.
Seit 2016 gilt in Koblenz bei neuen Bebauungsplänen eine Sozialwohnungsquote, die zunächst bei 20 Prozent lag und 2020 auf 30 Prozent erhöht wurde. In acht großen Bauvorhaben, darunter im „Quartier Festungspark“ mit rund 750 geplanten Wohnungen oder im Bereich „An der Königsbach“ mit etwa 420 Wohnungen, wurde die Quote vertraglich verankert.
Trotz der Pläne für hunderte Sozialwohnungen wurden laut der Stadtverwaltung bislang aber nur 20 davon tatsächlich realisiert: 14 im „Rosenquartier“ und sechs im „Schulgebiet Beatusstraße“. In vielen anderen Gebieten wie dem Festungspark oder der Goldgrube wurde noch keine einzige geförderte Wohnung gebaut.
Hohe Kosten und Bürokratie bremsen Bauherren
Die Verwaltung sieht die Gründe für die schleppende Umsetzung aber nicht allein bei der Quote selbst. So seien ihr keine Projekte bekannt, die ausschließlich daran gescheitert wären. Vielmehr würden Investoren beklagen, dass sich der Wohnungsbau wirtschaftlich nicht mehr rechne. Als Grund nennen sie die Kombination aus der Sozialquote und den hohen Ablösesummen für Kita-Plätze, die aktuell bei 92.300 Euro pro Platz liegen.
Ein weiteres erhebliches Hindernis seien die sehr langen Bearbeitungszeiten bei der Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz (ISB), die für die Förderungen zuständig ist. Die strengen Auflagen und Nachweispflichten bei der Antragstellung tragen laut Stadtverwaltung ebenfalls zur Verzögerung bei. So sei etwa im Baugebiet „Rauental/Goldgrube“ wegen dieser langen Prozesse noch nicht mit dem Bau der geförderten Wohnungen begonnen worden.
Mehr Sozialwohnungen durch Belegungsrechte
Abseits der Neubauquote entstehen in Koblenz dennoch Sozialwohnungen auf anderen Wegen. Wie aus der Vorlage der Stadt hervorgeht, wurden zwischen 2016 und 2025 insgesamt 124 geförderte Wohnungen neu gebaut. Zusätzlich sicherte sich die Stadt im selben Zeitraum durch den Erwerb von Belegungsrechten in bestehenden Gebäuden 158 weitere Wohnungen für Menschen mit geringerem Einkommen.