Eine besondere Nachricht für den Fußball-Oberligisten FC Cosmos Koblenz: Torwart Josué Duverger, der mit der haitianischen Nationalmannschaft an der Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Mexiko und Kanada teilnehmen wird, beschert seinem Verein einen warmen Geldregen. Für die Koblenzer bedeutet Duvergers Nominierung (Merkurist berichtete) nicht nur Prestige, sondern vor allem einen beträchtlichen Eurobetrag. Grund dafür ist das Klub-Beteiligungsprogramm des Weltfußballverbands FIFA.
„Josués Nominierung macht unseren Verein stolz und glücklich. Sie ist eine große Wertschätzung für Cosmos und die Stadt Koblenz“, sagt Cosmos-Boss Remo Rashica im Gespräch mit Merkurist Koblenz. Duverger stehe seinem Klub in den verbleibenden beiden Saisonspielen in der Oberliga nicht mehr zur Verfügung. Der Schlussmann sei in der Nacht zum Mittwoch dieser Woche zunächst nach Portugal geflogen. Von dort aus gehe es für den 26-Jährigen am Freitag zur haitianischen Nationalmannschaft weiter, erklärte Rashica.
So funktioniert das FIFA-Programm
Laut FIFA werden die Vereine, die ihre Spieler für eine Weltmeisterschaft abstellen, an den Einnahmen des Turniers beteiligt. Für die WM 2026 soll die FIFA die dafür vorgesehene Summe im Vergleich zum Turnier 2022 um fast 70 Prozent auf rund 355 Millionen US-Dollar (rund 306 Millionen Euro) erhöhen. Dieses Geld werde unter den Klubs aufgeteilt. An dem Turnier, das in drei Wochen beginnt, nehmen erstmals 48 Mannschaften, 16 Teams mehr als zuletzt 2022 in Katar, teil.
Die Entschädigung richte sich nach einem transparenten Schlüssel, heißt es in den Erläuterungen der FIFA in dessen Klub-Beteiligungsprogramm: Der Gesamtbetrag werde durch die Anzahl der Tage geteilt, die alle abgestellten Spieler am Turnier teilnehmen. Daraus ergebe sich ein Betrag pro Spieler und Tag. Je weiter eine Mannschaft im Turnier komme, desto höher kann die Zahlung für beteiligte Vereine ausfallen. Wie viel ein Spieler tatsächlich auf dem Platz stehe, spiele dabei keine Rolle.
Cosmos winkt sechsstelliger Betrag
Für die WM 2022 in Katar habe dieser Tagessatz bei rund 10.950 US-Dollar gelegen. Auch wenn der genaue Betrag für 2026 noch nicht feststehe, darf der FC Cosmos Koblenz mit einer Summe im mittleren sechsstelligen Bereich rechnen – selbst bei einem Ausscheiden Haitis in der Vorrunde. Der Tagessatz gilt nämlich bereits ab der nun beginnenden Vorbereitungszeit der Spieler auf das anstehende Turnier und endet mit dem Ausscheiden der Nation.
Darauf angesprochen reagierte Remo Rashica überrascht: „Mit einem solchen Betrag habe ich null Komma null gerechnet. Auch mit einer Ablöse, falls er uns nach der WM verlassen würde, rechnen wir nicht. Wenn ich könnte, würde ich den Jungen aber am liebsten behalten.“ Investieren möchte der Cosmos-Macher das Geld nicht in den Kader der neuen Saison: „Wir werden in Steine investieren. Das Geld wird uns sehr dabei helfen, die Infrastruktur für unseren neuen Verein in Neuwied zu schaffen.“
Bei den Koblenzern steht Duverger noch eine weitere Saison unter Vertrag (bis zum 30. Juni 2027). Ob der Torhüter aber auch weiterhin das Cosmos-Trikot tragen wird, ist noch offen. „Wir stehen mit dem Verband von Haiti wegen Josués Länderspieleinsätzen ohnehin stets im Austausch. Von einigen ausländischen Vereinen hat es auch bereits Anfragen für ihn gegeben. Sollte das während oder nach der WM konkreter werden und er den nächsten Step machen können, sehen wir das positiv“, lässt Rashica durchblicken, dass sein Klub einem Karrieresprung seines Keepers nicht im Weg stehen würde.