Neue Kita in Koblenz: Was steckt hinter der plötzlichen Absage der Info-Abende?

Eine geplante Wald-Kita auf der Koblenzer Karthause sorgt für Streit. Nun wurden Info-Abende kurzfristig abgesagt. Eine Bürgerinitiative kritisiert das Vorgehen und die mangelnde Transparenz. Nun äußert sich die Stadt zu den Gründen.

Neue Kita in Koblenz: Was steckt hinter der plötzlichen Absage der Info-Abende?

Die für Dienstag und Mittwoch geplanten Informationsabende zur neuen Wald-Kita auf der Koblenzer Karthause (Merkurist berichtete) sind kurzfristig abgesagt worden. An der Eingangstür des geplanten Veranstaltungsortes, dem Spielhaus am Moselufer, informierte ein Zettel über den Ausfall „aus organisatorischen Gründen“.

Bei den Veranstaltungen wollte die potenzielle Betreiberin Asha Scherbach ihr Projekt „Die bunten Vielfalter Koblenz“ vorstellen. Geplant ist eine Gruppe für 20 Kinder mit einem Start Anfang Juni. Das Projekt ist jedoch umstritten. Anwohner fürchten ein Verkehrschaos und halten die Genehmigung für rechtswidrig. Eine Bürgerinitiative hatte angekündigt, bei den Info-Abenden kritische Fragen zu stellen.

Die Bürgerinitiative vermutet für die Absage allerdings einen anderen Grund: Einer weiteren Kita der Betreiberin Asha Scherbach in Rheinfelden-Warmbach (Baden-Württemberg) wurde mit Wirkung vom 13. April die Betriebserlaubnis entzogen. Michael Grohmann, Sprecher der Bürgerinitiative, äußerte sein Unverständnis: „An dieser Stelle möchte ich mein Befremden darüber zum Ausdruck bringen, dass die Stadt Koblenz mit der potenziellen Betreiberin der Wald-Kita ohne das Verträge geschlossen sind oder eine Genehmigung erteilt wurde, diesen Umgang pflegt, in eine städtische Einrichtung einlädt, und dann in einer Blitzaktion die Infoveranstaltungen absagen muss.“

Stadt Koblenz äußert sich zu den Gründen

Auf Merkurist-Anfrage hat sich die Stadt Koblenz zu der kurzfristigen Absage geäußert. Demnach habe sich „kurzfristig ein weiterer Abstimmungsbedarf im Rahmen des Antragsverfahrens zur Erteilung der Betriebserlaubnis ergeben“. Dadurch werde sich auch der geplante Eröffnungstermin zum 1. Juni verzögern. Eine Infoveranstaltung mache erst dann Sinn, wenn der tatsächliche Eröffnungstermin feststehe. Da der Abstimmungsbedarf erst am Tag der ersten Veranstaltung entstanden sei, habe man die Öffentlichkeit nicht mehr rechtzeitig über die Medien informieren können.

Zu einem möglichen Zusammenhang mit dem Entzug der Betriebserlaubnis in Rheinfelden-Warmbach wollte sich die Stadt aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht äußern. Ziel sei es, dass die Kita möglichst schnell eröffnet werde, ein konkreter Termin könne aber noch nicht genannt werden. Die Stadtverwaltung betonte zudem, bereits mehrfach den Kontakt zur Bürgerinitiative gesucht zu haben. Diese sei nicht gesondert über die Absage informiert worden, da nicht bekannt gewesen sei, dass Vertreter teilnehmen wollten.