Am Montag (15. Juni 2026) feiert eines der bekanntesten Wahrzeichen von Koblenz seinen 85. Geburtstag: der Schängelbrunnen im Rathaushof. Seit seiner Einweihung am 15. Juni 1941 steht die Figur für die rheinische Lebensart und die Streiche der Koblenzer Lausbuben.
Ein Denkmal für den Koblenzer Schängel
Der Begriff „Schängel“ stammt aus der Zeit der französischen Besatzung von 1794 bis 1813. Er leitet sich vom damals beliebten Vornamen Jean ab, der in Koblenzer Mundart zu „Schang“ und schließlich zur Verniedlichung „Schängel“ wurde. Ursprünglich für deutsch-französische Kinder verwendet, verstehen sich heute alle gebürtigen Koblenzer als Schängel, die für Witz und Schlagfertigkeit bekannt sind.
Der Brunnen, entworfen vom Bildhauer Carl Burger, ist dem Heimatdichter Josef Cornelius gewidmet. Dieser verfasste den Text zur inoffiziellen Stadthymne, dem Schängellied. Ein Relief am Brunnenstock erinnert an ihn, ebenso wie eines an den Komponisten Karl Kraehmer.
Ein Lausbub aus Bronze und Stein
Berühmt und bei Touristen wie Einheimischen berüchtigt ist der Brunnen für seinen Streich: Etwa alle drei Minuten speit die Bronzefigur einen Wasserstrahl weit über das Becken hinaus und erwischt dabei oft unachtsame Passanten.
Die Figur des Jungen, für die der damals elfjährige Rudolf Dany aus Mayen Modell stand, thront auf einer Säule. Der achteckige Brunnentrog aus Eifeler Basaltlava ist mit Reliefs verziert, die verschiedene Jungenstreiche darstellen. Heute ist der Schängelbrunnen auf dem Willi-Hörter-Platz nicht nur ein geschütztes Kulturdenkmal, sondern seit 2002 auch Teil des UNESCO-Welterbes Oberes Mittelrheintal. Wer genau hinsieht, entdeckt das Gesicht des Schängels sogar auf den Kanaldeckeln in der Koblenzer Altstadt.