Stadtverwaltung Koblenz will in der Vorstadt 292 Parkplätze streichen

Auf Autofahrer in der Koblenzer Vorstadt kommen schwere Zeiten zu. Die Stadt will 292 Parkplätze streichen. Es gibt dann selbst für die Besitzer von kostenpflichtigen Bewohnerparkausweisen zu wenig Stellplätze.

Stadtverwaltung Koblenz will in der Vorstadt 292 Parkplätze streichen

Bekannt geworden sind die Pläne durch eine Vorlage für den Stadtrat. Darin geht es eigentlich um den Umbau der Mainzer Straße zwischen Schenkendorfstraße und dem Mainzer Tor. In diesem Bereich sollen 86 Parkplätze wegfallen, weil zusätzlich Platz für Radfahrer geschaffen wird. Es würden „beidseitige richtungsbezogene Radverkehrsanlagen“ eingerichtet, heißt es in einer Vorlage für den Stadtrat. Laut Stadt verkehren in diesem Bereich der Mainzer Straße pro Tag 7012 Fahrzeuge.

Wegen der „begrenzten Breitenverhältnisse“ müsse deshalb auf einseitiges Parken verzichtet werden. „Im Zuge der Planung wird insgesamt mit dem Wegfall von 86 Stellplätzen gerechnet.“

Bisher konnten dort Anlieger mit Bewohnerparkausweis oder Besucher, die zum Beispiel in die Rheinanlagen wollen, mit Parkschein ihre Fahrzeuge abstellen.

Mehr Parkausweise als Parkplätze

Aber auch in den umliegenden Straßen – wie in der Südallee – sollen Parkplätze wegfallen. Ihre Zahl soll in den Parkzonen 7,8,9, 10 und 11 laut Verwaltung von bisher 1651 (Stand April) auf 1359 sinken. Das betrifft den gesamten Bereich zwischen Friedrich-Ebert-Ring und Schenkendorfstraße sowie zwischen Mainzer Straße und Hauptbahnhof bzw. Hohenzollernstraße. Selbst für die Besitzer der kostenpflichtigen Bewohnerparkausweise gibt es dann nicht mehr genügend Parkplätze.

In den Parkzonen 7 und 8 gibt es bisher 662 Parkplätze. Ausgegeben sind aber nur 600 Bewohnerparkausweise. Es steht bisher also jedem der betroffenen Anwohner mindesten ein Parkplatz zur Verfügung. In Zukunft werden es aber nur noch 537 Stellplätze sein – also 63 weniger als es Parkausweise gibt.

Noch enger wird es für die Bewohner der Parkzonen 9, 10 und 11. Dort gibt es bisher 989 Parkplätze für 941 Anwohner mit Parkausweisen. In Zukunft sollen es nur noch 822 Stellplätze sein. Es fallen also 167 (!) Parkplätze weg. Die Stadtverwaltung rechnet trotzdem nicht mit einer „Überbelegung des Parkraums“. Begründung: „Nicht alle Bewohnerparkausweisinhaber sind immer gleichzeitig zu Hause“.

„Zunehmende Beschwerdelage“

Trotzdem richten sich Verantwortlichen schon auf einen Aufstand der Anwohner in dem betroffenen Bereich ein. „Die Verwaltung kann auf die Entwicklung der Parksituation aber jederzeit bei massiv zunehmender Beschwerdelage bedarfsweise mit der Reservierung von Stellplätzen als reine Bewohnerstellplätze reagieren und so den Parkdruck durch etwaige Fremdparker reduzieren.“

Aber selbst wenn alle Parkplätze nur noch für Anwohner reserviert werden, fehlen rechnerisch 182 Stellplätze. Bei der Stadt heißt es dazu schulterzuckend: „Grundsätzlich dient die Parkraumbewirtschaftung immer als Verwaltung des öffentlichen Parkraums als knappe Ressource.“