Post-Ärger in Koblenz: Warum immer mehr Filialen verschwinden

In Koblenz stehen immer mehr Menschen vor verschlossenen Postfilialen. Fünf Stadtteile sind unterversorgt. Die DHL erklärt die Gründe und wie sie die Lücken künftig schließen will.

Post-Ärger in Koblenz: Warum immer mehr Filialen verschwinden

„Immer mehr Postfilialen in Koblenz schließen“ – mit dieser Sorge hat sich ein Leser an die Redaktion von Merkurist gewandt. Eine Recherche bestätigt den Eindruck: Aktuell sind mit Rübenach, Metternich, Güls, Horchheim und Arzheim gleich fünf Stadtteile von einer Unterversorgung betroffen. Auf Anfrage erklärt die DHL Group die Hintergründe und wie sie die Lücken künftig schließen will.

Besonders lange warten die Menschen in Rübenach: Seit der Schließung des „Rübenacher Lädchens“ Anfang 2024 gibt es dort keine Postfiliale mehr. „Es ist leider eine Tatsache, dass wir vor Ort keinen adäquaten Partner finden“, erklärt ein Sprecher der DHL Group. Nachdem die Suche nach einem Geschäftspartner und passenden Räumlichkeiten erfolglos war, soll in Rübenach nun eine automatisierte Poststation eingerichtet werden (Merkurist berichtete). Auch in Metternich stehen die Einwohner seit der Schließung des Kiosks „Eck 72“ vor einigen Wochen ohne Postdienstleistungen da. Hier sei man aber im Gespräch mit möglichen neuen Betreibern.

Suche nach Partnern gestaltet sich schwierig

Eine positive Entwicklung zeichnet sich hingegen für Güls ab. Dort laufen laut DHL „gute Gespräche“ für eine neue Filiale sowie einen Paketshop. Bis zur Eröffnung überbrückt eine mobile Postfiliale die Lücke, die montags, mittwochs und freitags von 10 bis 13 Uhr vor Ort ist. Dennoch bleibt die Gesamtbilanz für Koblenz angespannt. Obwohl das Unternehmen stadtweit 16 Postfilialen, 13 DHL Paketshops und über 20 Packstationen betreibt, gelten fünf Stadtteile offiziell als unterversorgt.

Das Problem liegt laut DHL vor allem im Filialkonzept, das auf Partner aus dem Einzelhandel angewiesen ist. Diese bieten Postdienstleistungen zusätzlich zu ihrem Hauptgeschäft an. Da es aber gerade in kleineren Orten immer weniger lokale Geschäfte gebe, werde es auch zunehmend schwieriger, Partner zu finden. Zwar sei man für verschiedene Standorte bereits in fortgeschrittenen Gesprächen, unterschriebene Verträge gebe es aber noch nicht.

Automaten als Lösung für die Versorgungslücken

Um die Versorgungslücken zu schließen, setzt die Post nun verstärkt auf moderne, rund um die Uhr verfügbare Poststationen. An diesen Automaten können Kunden Pakete und Briefe versenden sowie abholen. Konkreten Bedarf für solche Stationen sieht das Unternehmen derzeit in Rübenach und Horchheim. Geschäftsleute, die Interesse an einer Partnerschaft haben, können sich weiterhin online bei der Deutschen Post bewerben.