Sanierung der Linken Rheinstrecke 2028 nur bis Koblenz

Die Linke Rheinstrecke bei Koblenz und Mainz wird nur teilsaniert. Das Land feiert einen Erfolg, der Fahrgastverband Pro Bahn spricht von einem „Armutszeugnis“. Was bedeutet das für Pendler?

Sanierung der Linken Rheinstrecke 2028 nur bis Koblenz

Anders als ursprünglich geplant, wird die Linke Rheinstrecke im Jahr 2028 nur teilweise saniert. Wie das Bundesverkehrsministerium und die Deutsche Bahn sowie das rheinland-pfälzische Verkehrsministerium am Freitag mitteilten, wird die sogenannte Korridorsanierung nur auf dem Abschnitt zwischen Köln und Koblenz umgesetzt. Für die Strecke von Koblenz bis Mainz soll es stattdessen ein individuell abgestimmtes Maßnahmenpaket geben.

Der rheinland-pfälzische Verkehrsminister Achim Schwickert sprach dennoch von einem Erfolg. „Unser Einsatz für die Linke Rheinstrecke und die intensiven Gespräche haben sich gelohnt“, so Schwickert. Man habe gemeinsam mit dem Bund eine tragfähige Lösung gefunden, die Modernisierung voranbringe und Planungssicherheit schaffe. Zuvor hatten sich die Verkehrsminister von Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen für ein Festhalten an den Plänen starkgemacht, nachdem zwischenzeitlich eine komplette Verschiebung der Sanierung im Raum stand.

„Armutszeugnis für die Verkehrspolitik“

Der Fahrgastverband Pro Bahn sieht das Ergebnis hingegen kritisch. Der Landesvorsitzende Noah Wand sprach laut der Nachrichtenagentur dpa von einem „unzureichenden Ergebnis“. „Nordrhein-Westfalen erhält die vollständige Generalsanierung, während Rheinland-Pfalz zwischen Koblenz und Mainz auf die Zeit nach 2031 vertröstet wird“, so Wand. Die Belastungen durch einzelne Baumaßnahmen würden den Fahrgästen zugemutet, die umfassende Modernisierung aber aufgeschoben. „Das ist nicht hinnehmbar“, wird Wand zitiert.

Sorgen bereitet dem Verband auch der Schienenersatzverkehr. Wie die dpa berichtet, müsse das Land bei der nun geplanten „Containersanierung“ die Kosten für den Ersatzverkehr wohl selbst tragen, anders als bei einer Generalsanierung. „Damit drohen den Fahrgästen schlechtere Ersatzangebote und dem Land zusätzliche Kosten“, erklärte der Vorsitzende. Er bezeichnete das Ergebnis als „Armutszeugnis für die Verkehrspolitik des Landes“ und forderte personelle Konsequenzen.

Weniger Projekte, mehr Verlässlichkeit

Hintergrund der Entscheidung ist eine neue Strategie von Bund und Bahn. Um Bauarbeiten an der Schiene verlässlicher und pünktlicher abzuschließen, wurde die Zahl der geplanten Korridorsanierungen bis 2031 bundesweit von 21 auf 13 reduziert. Projekte sollen dabei verschoben, aber nicht gestrichen werden. Dies trage auch den knappen Kapazitäten auf dem Schienennetz und bei den Baufirmen Rechnung.

„Die Idee der Korridorsanierungen ist richtig. Aber in der Vergangenheit hat die Umsetzung zu oft nicht die gewünschten Ergebnisse gebracht“, erklärte Bundesverkehrsminister Steffen Bilger. Man konzentriere sich nun auf weniger Korridore und setze auf eine bessere Planung.

BUGA 2029 fest im Blick

Für den Abschnitt zwischen Koblenz und Mainz, der für die Bundesgartenschau 2029 von großer Bedeutung ist, sollen notwendige Sanierungsmaßnahmen gebündelt und zeitlich abgestimmt werden. Über die konkrete Ausgestaltung wollen Bund, Bahn und Land in weiteren Gesprächen entscheiden.

Laut Bundesverkehrsminister Bilger habe man die BUGA 2029 „fest im Blick“. Bereits fest zugesagt seien die Verbesserung der Barrierefreiheit an den relevanten Bahnhöfen sowie alle technisch notwendigen Maßnahmen. „Die Linke Rheinstrecke ist eine der wichtigsten Verkehrsadern für den Personen- und Güterverkehr in Deutschland“, betonte Bilger.