Kurz vor der Bundestagswahl häufen sich in Rheinland-Pfalz Fälle von Vandalismus an Wahlplakaten. Auch in Koblenz und der Region sind die Parteien davon betroffen, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ergab.
Die FDP im Land spricht von zum Teil massiven Beschädigungen von Plakaten in Koblenz. Auch im Kreisverband Trier-Saarburg hätten die Beschädigungen deutlich zugenommen, berichtete FDP-Sprecher Stephan Hans. Anzeigen seien nur in Einzelfällen gestellt worden. In früheren Wahlkämpfen sei oftmals die Erfahrung gemacht worden, dass Verfahren eingestellt würden.
CDU: Mehr Vorfälle nach umstrittenen Bundestags-Anträgen
Die CDU registrierte insbesondere in den vergangenen Tagen eine Zunahme an Beschädigungen - und damit nach dem umstrittenen Einbringen eines Antrags und eines Gesetzentwurfs zur Migrationspolitik in den Bundestag, bei denen es auf die Zustimmung der AfD ankam.
Auf Plakaten von CDU-Kandidat Sertac Bilgin im Rhein-Pfalz-Kreis wurde das Wort "Nazis" gesprüht. Bilgin schrieb auf Instagram: "Früher wurde ich als 'Kanacke' beschimpft, jetzt nennt man mich 'Nazi'. Warum?" Er setze sich für eine klare Migrationspolitik ein.
Auch die Grünen beobachten mehr Zerstörungen, ebenso wie schon beim Kommunal- und Europawahlkampf 2022. Andere Parteien wie SPD, Freie Wähler und AfD sehen das Ausmaß ähnlich wie in Vorjahren. Allerdings sei jede Beschädigung eine zu viel, betonte SPD-Sprecher Daniel Reißmann gegenüber der dpa.