Wer tötete die Studentin auf der Festung Ehrenbreitstein in Koblenz?

Vor 30 Jahren wurde eine Studentin in Koblenz brutal ermordet. Der Fall ist einer von 250 ungeklärten „Cold Cases“ in Rheinland-Pfalz. Die Kripo hat die Hoffnung aber nicht aufgegeben.

Wer tötete die Studentin auf der Festung Ehrenbreitstein in Koblenz?

Vor mehr als 30 Jahren wurde eine 24-jährige Studentin aus den USA auf der Festung Ehrenbreitstein in Koblenz getötet (Merkurist berichtete). Der Mord vom 26. September 1994 ist bis heute ungeklärt und einer von rund 250 sogenannten „Cold Cases“ in Rheinland-Pfalz. Das geht aus Informationen des Landeskriminalamts (LKA) in Mainz hervor.

Die junge Frau wollte an jenem Morgen über den Felsenweg zur Festung aufsteigen und wurde dort um 8.50 Uhr zuletzt gesehen. Gegen 10.15 Uhr fand man ihre Leiche in einem abgelegenen Raum der Festung, dem sogenannten General-Aster-Zimmer. Laut den Ermittlern wurde die Studentin sexuell misshandelt und brutal getötet. Der Täter stahl mehrere Gegenstände des Opfers, darunter ihre Brille und Schuhe. Die Kriminalpolizei schließt nicht aus, dass der Täter diese Dinge noch heute besitzt und inzwischen an einem anderen Ort lebt. Für Hinweise, die zur Aufklärung der Tat führen, ist eine Belohnung von 10.000 Euro ausgesetzt.

Als „Cold Case“ versteht das LKA Rheinland-Pfalz Ermittlungsverfahren zu einem vollendeten oder versuchten Tötungsdelikt oder einem Vermisstenfall, bei dem ein Verbrechen vermutet wird. Gemeinsam ist diesen Fällen, dass sie trotz teils umfangreicher Ermittlungen bislang nicht aufgeklärt werden konnten.

Weiterer Fall in Trier seit Jahrzehnten ungeklärt

Nur wenige Tage nach der Tat in Koblenz, in der Nacht zum 2. Oktober 1994, wurde auch in Trier eine 23-jährige Frau aus Portugal getötet. Die Prostituierte wurde mit massiver Gewalt gegen Kopf und Hals in ihrem Zimmer im Eros-Center ermordet. Tatverdächtig ist ein bislang unbekannter Mann, der in derselben Nacht eine andere Prostituierte geschlagen haben soll. Obwohl der Fall 2023 in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY … Cold Case“ behandelt wurde, gab es keine entscheidenden neuen Hinweise. Die Staatsanwaltschaft Trier hat eine Belohnung von 2.500 Euro ausgelobt.

Die Ermittler geben die Hoffnung auf eine Aufklärung auch nach Jahrzehnten nicht auf. „Im Zuge polizeilicher Ermittlungen kommt es immer wieder zur Aufklärung von Cold Cases, unter anderem durch neue kriminaltechnische Möglichkeiten“, teilt das LKA mit. Für die Angehörigen der Opfer bedeutet dies die Chance auf späte Gerechtigkeit.