Könnte dieses Konzept Koblenz Leerstandsproblem lösen?

Immer mehr Geschäfte in der Koblenzer Löhrstraße schließen. Ein neues Projekt aus Höhr-Grenzhausen könnte eine Lösung sein: Ein Laden, in dem man einkauft, ohne zu bezahlen. Kann das funktionieren?

Könnte dieses Konzept Koblenz Leerstandsproblem lösen?

Während in der Koblenzer Innenstadt weitere Geschäfte ihre Türen schließen, sorgt ein Projekt in Höhr-Grenzhausen für Aufsehen. Am vergangenen Samstag (18.04.2026) eröffnete dort ein Kostnix-Laden. Dabei unterscheidet sich das Konzept grundlegend von gewöhnlichen Second-Hand-Läden: Der Kostnix-Laden funktioniert komplett ohne Geld.

Die Idee der Gründerinnen Sophie Bourger und Paulina Sohni ist einfach: Unter dem Motto „Weitergeben statt Wegwerfen“ können Haushaltsgegenstände, Bücher oder Spielsachen kostenlos abgegeben und mitgenommen werden. Zur Eröffnung erschienen schätzungsweise 700 bis 800 Besucher. Das Projekt belebt nicht nur das Zentrum, sondern nutzt auch gezielt leerstehende Räume: In diesem Fall das Gebäude der ehemaligen Volksbank.

Eine Idee auch für Koblenz?

Auch für Koblenz, wo laut einer Studie der Universität Koblenz der Leerstand in der Region über dem Bundesdurchschnitt liegt, könnte dies ein Modell sein. Die Koblenzer Citymanagerin, Christiane Walther-Oeckel, betont sie könne sich vorstellen, dass ein solches Projekt ein positiver Impuls für Koblenz sein könnte, da es zum einen zum Umdenken anregen und zudem neues Klientel in die Stadt ziehen könnte.

Ähnliche Ansätze gibt es bereits. Das Projekt „Kreatop“ in der Löhrstraße, ein von der Stadt geförderter Treffpunkt für Kunstschaffende, zeigt bereits, wie Zwischennutzung funktionieren kann. Auch das Koblenzer „Stadtmarketing-Lab“ bietet mit seinem Pop-up-Store-Konzept Gründern die Möglichkeit neue Ideen flexibel zu erproben. Die größte Hürde für einen Umsonstladen bleibt laut Walther-Oeckel aber eine andere: „Ich glaube, der zentrale Ansatzpunkt für Koblenz ist es, eine passende Immobilie zu finden, den Eigentümer davon zu überzeugen und das dann auch kostensichernd zu gestalten.“ Solche Konzepte könnten also ein wichtiger Baustein sein, um die Innenstadt wiederzubeleben.