Der Schauspieler Mario Adorf ist tot. Er starb am Mittwoch im Alter von 95 Jahren nach kurzer Krankheit in seiner Pariser Wohnung, wie sein Management bestätigte. Adorf wuchs in Mayen in der Eifel auf und galt als einer der größten deutschen Filmstars der Nachkriegszeit.
Seinem langjährigen Manager Michael Stark habe Adorf mit auf den Weg gegeben, dass er sich bei seinem Publikum für die jahrzehntelange Treue bedanke, heißt es in einer Mitteilung.
Vom Schurken zum Charakterdarsteller
Geboren 1930 in Zürich, wuchs Adorf bei seiner Mutter in Mayen auf. Nach dem Abitur studierte er unter anderem in Mainz, bevor er an der Otto-Falckenberg-Schule in München die Schauspielerei erlernte. Sein Durchbruch gelang ihm 1957 mit dem Film „Nachts, wenn der Teufel kam“. In der Folge war er oft auf die Rolle des Schurken festgelegt, etwa als Santer in der „Winnetou“-Verfilmung von 1963, der Winnetous Schwester Nscho-tschi erschießt.
In den Siebzigerjahren gelang ihm die Wende zum Charakterdarsteller. Er arbeitete mit Regisseuren wie Volker Schlöndorff („Die verlorene Ehre der Katharina Blum“, „Die Blechtrommel“), Rainer Werner Fassbinder („Lola“) und Helmut Dietl. Legendär wurde seine Rolle als Generaldirektor Haffenloher in Dietls Serie „Kir Royal“ und sein Satz: „Ich scheiß dich sowas von zu mit meinem Geld, dass du keine ruhige Minute mehr hast.“
Eine Heimat in der Eifel
Trotz seiner internationalen Karriere und Wohnsitzen in Rom und Paris blieb Adorf seiner Kindheitsheimat verbunden. „Heimat ist für mich Mayen in der Eifel, das ist das Rheinland im weiteren Sinne“, sagte er einmal. „Eine Heimat hat man nur eine. Zu Hause kann ich mich überall fühlen.“ Auch die Nibelungen-Festspiele in Worms ehrten den Schauspieler: Seit 2018 wird dort der Mario-Adorf-Preis für besondere künstlerische Leistungen verliehen.
Mario Adorf war zweimal verheiratet. Aus seiner ersten Ehe mit der Schauspielerin Lis Verhoeven stammt seine Tochter Stella Adorf, die ebenfalls Schauspielerin ist. Seit 1985 war er mit der Französin Monique Faye verheiratet.