Der Zoo Neuwied trauert um einen seiner bekanntesten Bewohner: Berberlöwenkater Schröder musste im Alter von 19 Jahren eingeschläfert werden. Das hat die Zooverwaltung in einer Pressemeldung bekanntgegeben.
Schröder kam im Mai 2006 als erster männlicher Berberlöwennachwuchs in Neuwied zur Welt. Seinen ungewöhnlichen Namen erhielt er zu Ehren eines kurz zuvor verstorbenen Raubtierpflegers, wie Zoodirektor Mirko Thiel erklärt.
2010 übernahm Schröder die Rolle des Zuchtkaters und zeugte bis 2021 insgesamt 13 gesunde Jungtiere. Seine Nachkommen leben heute in Zoos und Tierparks in ganz Europa und haben selbst schon Nachwuchs.
Bedeutend für den Arterhalt
Die Bedeutung Schröders für den Arterhalt war enorm: Berberlöwen sind in ihrem natürlichen Lebensraum im Atlasgebirge seit etwa 100 Jahren ausgerottet. Die heutige europäische Zoopopulation stammt von wenigen Tieren aus einem Privatreservat des marokkanischen Königshauses ab. Aktuell gibt es in Europa weniger als 50 Berberlöwen.
In den vergangenen Monaten hatte sich Schröders Zustand zusehends verschlechtert. Anfang September konnte er kaum noch aufstehen und stellte das Fressen ein. Die Untersuchung in der Pathologie Gießen bestätigte später altersbedingte Probleme wie Veränderungen am Gehirn, an den Nieren und mehrere Bandscheibenvorfälle.
Aktuell lebt die 14-jährige Löwin Zari allein in der Anlage. Wie es mit der Berberlöwenhaltung im Zoo Neuwied weitergeht, wird nun mit dem europäischen Zooverband EAZA besprochen. Schröders genetisches Erbe bleibt aber erhalten – durch seine Nachkommen und konservierte Spermien.