Mit dem Gästebeitrag soll „eine langfristig tragfähige und zweckgebundene Finanzierung touristischer Aufgaben und Einrichtungen geschaffen werden“, heißt es in einer Vorlage für den Koblenzer Stadtrat. Die Gäste sollen „angemessen an den Aufwendungen“ der Stadt für die Touristen beteiligt werden.
Geplant ist, dass 2,90 Euro des Gästebeitrags an die Stadt gehen, 60 Cent direkt an den Verkehrsverbund VRM für die Nutzung des öffentlichen Personenverkehrs. Die Verwaltung rechnet mit Einnahmen von 3,1 Millionen Euro pro Jahr. Sie sollen unter anderem zur Finanzierung touristischer Angebote und Veranstaltungen sowie die Weiterentwicklung der touristischen Infrastruktur verwendet werden. Über die jeweilige Verwendung der Gelder soll ein Fachbeirat mitentscheiden, dem Vertreter der Koblenz-Touristik, der Unterkunftsbetriebe, der Gästeführer sowie der Industrie- und Handelskammer angehören.
Beitrag gilt auch für Zweitwohnungen
Zahlen sollen alle Gäste, die in kostenpflichtigen Unterkünften übernachten sowie Bewohner von Zweitwohnungen in Koblenz. Ausgenommen sind ausdrücklich Krankenhaus-Patienten, nicht aber die „Unterkunftnahme“ in Reha-Kliniken oder ähnlichen Einrichtungen. Beitragsfrei bleiben auch Bewohner von Frauenhäusern oder Obdachlosenunterkünften sowie Personen, die zu Unterrichts- oder Ausbildungszwecken in Koblenz übernachten. Auch Säuglinge, Kleinkinder und Schwerbehinderte mit einem Grad der Behinderung von 100 Prozent müssen nichts bezahlen. Schwerbehinderte mit einem Grad von 50-90 Prozent sowie Teilnehmer von Kurs- und Klassenfahrten zahlen nur die Hälfte.
Eintreiben müssen den neuen Gästebeitrag die Unterkunftsbetriebe. Für sie will die Stadt rechtzeitig Schulungen anbieten.
Die Touristen erhalten für den Beitrag eine Gästekarte. Mit ihr sollen sie Vergünstigungen bei den Museen der Stadt (50 Prozent), dem Moselbad (20 Prozent auf den Sauna-Eintritt) oder offenen Stadtführungen (50 Prozent) oder Fahrten mit den Schiffen der Köln-Düsseldorfer und Gilles (je 20 Prozent) erhalten. „Das Ziel muss sein, die Gästekarte so attraktiv zu gestalten, dass die Gäste noch mehr Angebote in Anspruch nehmen, als sie dies ohne eine Gästekarte getan hätten“, heißt es in der Vorlage für den Stadtrat.