Warum in Koblenz immer mehr Wohnraum in Ferienwohnungen umgewandelt wird

In Koblenz wird immer mehr Wohnraum in Ferienwohnungen umgewandelt. Trotzdem sieht die Stadt noch keinen Bedarf, gegen den Umnutzung der Wohnungen vorzugehen.

Warum in Koblenz immer mehr Wohnraum in Ferienwohnungen umgewandelt wird

Für AirBnB, booking.com und Co. wird Koblenz immer mehr zum Hotspot. Dem Stadtrat liegen gerade wieder mehrere Anträge auf Umnutzung von Wohnraum in Ferienwohnungen vor. Dabei geht es um 13 bestehende Wohnungen sowie den Bau eines Tiny-Houses.

So sollen in der Neuendorf Straße in Neuendorf acht Wohneinheiten in einem Mehrfamilienhaus in Ferienwohnungen umgewidmet werden. In der Trierer Straße in Metternich sollen in zwei Wohnhäusern jeweils zwei Wohnungen künftig für Feriengäste reserviert werden. In der Wendelinusstraße in Pfaffendorf geht es um eine Wohnung in einem Mehrfamilienhaus. In der Immendorfer Ringstraße ist der Bau eines sogenannten Tinyhouse für Urlauber geplant. Und weitere Anträge sind zu erwarten – schließlich steht 2029 die Bundesgartenschau im oberen Mittelrheintal an. Da ist mit einem weiteren Touristenansturm an Rhein und Mosel zu rechnen. Davon wollen viele Hausbesitzer profitieren.

Stadt sieht keinen angespannten Wohnungsmarkt

In allen neuen jetzt dem Stadtrat vorliegenden Fällen will die Verwaltung die Anträge genehmigen. Dabei haben die Ratsmitglieder bereits mehrfach über den Erlass einer sogenannten Zweckentfremdungssatzung diskutiert, um den Trend zur Umwandlung von Wohnraum in Ferienwohnungen zu bremsen. Schließlich ist die Suche nach einer neuen Wohnung in Koblenz für viele eine langwierige und teure Angelegenheit.

Offenbar sieht die Stadtspitze den Wohnungsmarkt entspannter als die Einwohner. Argumente liefert ihr dabei das aktualisierte Wohnraumversorgungskonzept der Stadt. Danach gibt es in Koblenz knapp 63.000 Wohnungen. Davon standen laut Zensus im Jahr 2022 aber 2.700 leer. Zudem gilt Koblenz nach den landesrechtlichen Vorschriften nicht als Gebiet mit angespanntem Wohnungsmarkt.

Weniger Leerstand durch Feriengäste?

Dabei werden jetzt schon mehr als 600 Wohnungen in Koblenz an Touristen vermietet. Und die Zahl der Anträge auf Nutzung als Ferienwohnung steigen rasant. Allein 2024 gab es 64 Anträge auf Umwandlung von 118 Wohnungen – das waren mehr als viermal soviel Anträge wie im Jahr zuvor.

Die Experten gehen davon aus, dass Immobilienbesitzer zum Großteil leerstehende Wohnungen für Feriengäste herrichten. Denn mit den Ferienwohnungen ließen sich höhere Einnahmen erzielen und damit der Sanierungsaufwand leichter finanzieren als mit Mietwohnungen. Die Umnutzung zu Ferienwohnungen könne „dazu beitragen, dass vorhandener oder absehbarer Wohnungsleerstand in Koblenz beseitigt wird“, heißt es im Wohnraumkonzept. „Insbesondere kleine Wohnungen stehen in Koblenz leer und das ist genau die bevorzugte Wohnungsgröße für Ferienwohnungen.“