Die geplante Einführung eines Gästebeitrags in Koblenz sorgt für Kritik bei Hoteliers und Betreibern von Ferienwohnungen. Wie der SWR berichtet, richtet sich die Kritik vor allem gegen den geplanten Starttermin. Der Stadtrat hatte die Einführung der Abgabe bereits im vergangenen Jahr beschlossen.
Mit den Einnahmen sollen Projekte finanziert werden, die dem Tourismus dienen, etwa Marketingkampagnen oder Investitionen in Wanderwege. Die Höhe des Beitrags ist noch unklar, im Gespräch sind drei bis vier Euro pro Übernachtung. Im Gegenzug sollen Gäste Vergünstigungen erhalten. Laut Klaus Hoffmann, Geschäftsführer der Koblenz Touristik, sei der Beitrag dringend notwendig, damit die Stadt im Vergleich mit anderen Tourismus-Destinationen wettbewerbsfähig bleibe, die eine solche Abgabe bereits erheben.
Starttermin sorgt für Unmut
Bei einer Informationsveranstaltung am Mittwoch äußerten Hoteliers und andere Betroffene jedoch Bedenken gegen den geplanten Start am 1. Oktober 2026. Sie kritisierten, dass die Einführung in die Hauptsaison falle, in der die Betriebe keine Zeit für die Umstellung hätten. Zudem sei es schwierig, Gäste, die bereits für diesen Zeitraum gebucht haben, über die zusätzlichen Kosten zu informieren. Die meisten Betriebe seien zwar offen für den Beitrag, plädieren aber für einen Start Anfang 2027. Eine endgültige Entscheidung steht noch aus.
Grundsätzlich sollen alle den Beitrag zahlen, die in Koblenz übernachten, ohne dort ihren Hauptwohnsitz zu haben. Ausgenommen sind beispielsweise Auszubildende oder Gäste, die bei Verwandten unterkommen. Derzeit wird noch juristisch geprüft, ob auch Schwerbehinderte mit einem Behinderungsgrad von 100 sowie deren Begleitpersonen und Kinder unter sechs Jahren von der Abgabe befreit werden können.