Zoo Neuwied entwickelt sich weiter: Alle aktuellen Bauprojekte im Überblick

Im Zoo Neuwied laufen gleich mehrere Bauprojekte: Neben der neuen Seehundanlage entsteht ein Zoorestaurant, und eine modernisierte Voliere steht kurz vor der Wiedereröffnung.

Zoo Neuwied entwickelt sich weiter: Alle aktuellen Bauprojekte im Überblick

Im Zoo Neuwied tut sich derzeit einiges. An mehreren Stellen wird gebaut, modernisiert und erweitert. Für Zoodirektor Mirko Thiel ist das kein Grund zur Sorge, sondern vielmehr ein Zeichen dafür, dass sich der Zoo weiterentwickelt. „Ein Zoo ohne Baustellen ist auf dem absteigenden Ast“, sagt Thiel. Stillstand könne sich ein moderner Tierpark seiner Ansicht nach nicht leisten.

„In der Zoowelt gibt es ständig neue Erkenntnisse, etwa zur Tierhaltung, zur Verhaltensforschung oder zur Veterinärmedizin“, erklärt der Biologe. „Wer seinen Tieren optimale Bedingungen bieten und den Besuchern gleichzeitig ein attraktives Erlebnis ermöglichen will, muss sich regelmäßig weiterentwickeln und kritisch hinterfragen.“

Natürlich weiß Thiel auch, dass Baustellen bei Besuchern nicht immer Begeisterung auslösen. Man versuche, nicht an zu vielen Stellen gleichzeitig zu bauen und die Wege so offen wie möglich zu halten. „Es ist verständlich, dass niemand gern an einem leeren Gehege vorbeiläuft. Aber die Alternative wären veraltete Anlagen mit schlechter Bausubstanz, und über die würden sich die Besucher deutlich häufiger beschweren“, sagt er.

Seehundanlage: Großprojekt mit Herausforderungen

Am sichtbarsten ist derzeit die Baustelle im oberen Teil des Zoos. Dort entsteht seit Mitte 2024 eine neue Seehundanlage, das bislang größte Bauprojekt in der Geschichte des Tierparks. „Weder die Filtertechnik noch die Betonzusammensetzung oder der Aufbau des Gebäudes waren Standard“, erklärt Thiel. Die Außenbereiche sind inzwischen fast fertiggestellt, doch es gibt noch Schwierigkeiten mit der Dichtigkeit des Beckens. „Solange das nicht behoben ist, können wir kein Wasser einlassen und damit auch keine Seehunde einziehen lassen.“

Neues Restaurant entsteht

Weniger kompliziert läuft es im unteren Bereich des Geländes. Dort wurde kürzlich mit dem Bau eines neuen Zoorestaurants begonnen. Der alte Picknickplatz und das Imbisshäuschen wurden bereits abgerissen, die Fläche ist vorbereitet. „Da wir in Systembauweise bauen und die Planung schon länger abgeschlossen ist, rechnen wir mit einer Bauzeit von rund drei Monaten“, so Thiel.

Voliere kurz vor der Fertigstellung

Auch an anderer Stelle im Zoo nähert sich ein Projekt dem Abschluss. Die Voliere an der Südamerikawiese, gegenüber des Löwengeheges, soll in wenigen Wochen wieder mit einem Pärchen Nacktgesichtshokkos bezogen werden. Nur die Bepflanzung und einige kleinere Arbeiten im Innenraum stehen noch aus. Die Anlage hat eine neue Übernetzung mit einer Stützkonstruktion aus Naturholz erhalten und verfügt nun erstmals über ein Wasserbecken. Künftig könnten dort auch Wasservögel wie Enten oder Ibisse einziehen.

Besucher erleben die Entwicklung mit

Trotz der zahlreichen Bauarbeiten sieht Thiel den aktuellen Zustand positiv. Viele Stammgäste schätzten es gerade, dass sich im Zoo immer etwas verändere und bei jedem Besuch Neues zu entdecken sei. „Und wer mit kleinen Kindern kommt, weiß, dass Bagger und Kipplaster oft genauso spannend sind wie Löwen und Tiger – manchmal sogar noch mehr“, sagt der Zoodirektor mit einem Schmunzeln.