Unter dem Motto „Erst unsere Jobs, dann eure Profite“ ruft die IG Metall Koblenz für den kommenden Freitag, 1. Mai, zu einer großen Demonstration durch die Innenstadt auf. Die Gewerkschaft wirft vielen Unternehmen vor, Profite über die Sicherung von Arbeitsplätzen zu stellen und stellt klare Forderungen an die Politik.
Wie die IG Metall bereits Ende März mitteilte, stehe die regionale Industrie unter Druck. Viele Firmen würden unter dem Schlagwort der „Wettbewerbsfähigkeit“ vor allem versuchen, ihre Renditen zu steigern, oft ohne Rücksicht auf die Arbeitsplätze in der Region. Deshalb erwarte man von der Politik endlich entschlossenes Handeln.
Klare Forderungen an Politik und Wirtschaft
Mit Blick auf die Landtagswahl in Rheinland-Pfalz fordert die Gewerkschaft eine zügige Regierungsbildung. Die neue Landesregierung müsse umgehend die politischen Weichen stellen, um Jobs zu sichern. „Die Menschen im Land brauchen eine verlässliche Regierung und Sicherheit im Wandel. Die Politik muss jetzt an der Seite der Beschäftigten stehen“, sagt Ali Yener, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Koblenz.
Gleichzeitig warnt Yener davor, den Sozialstaat auszuhöhlen. „Unter dem Vorwand knapper öffentlicher Haushalte wächst der Druck auf Beschäftigte und soziale Sicherungssysteme werden infrage gestellt“, so Yener. Wenn Politiker von Reformen sprächen, gehe es meist um Leistungskürzungen. Die IG Metall fordere faire Lösungen, damit Menschen keine Angst vor Veränderungen oder Schicksalsschlägen haben müssten.
Die Gewerkschaft verweist zudem auf Studien, wonach nicht hohe Arbeitskosten, sondern fehlende Investitionen die Wettbewerbsfähigkeit bremsten. „Unternehmen müssen in Zukunftstechnologien investieren – und die Politik endlich wirtschaftliche Rahmenbedingungen schaffen, die diese Entscheidungen begünstigen“, fordert Yener. Als konkrete Lösung schlägt die IG Metall vor, dass Firmen, die in Europa Produkte verkaufen, auch hier produzieren müssten. Staatliche Fördergelder müssten an lokale Arbeitsplätze gebunden werden.
Route und Ablauf der Demonstration
Die Demonstration am Freitag beginnt um 10 Uhr mit einem Bühnenprogramm an der Kundgebungsfläche am Konrad-Adenauer-Ufer. Um 11:15 Uhr startet der Demonstrationszug.
Der Aufzug führt über die Stresemannstraße, den Reichenspergerplatz mit einem kurzen Stopp, die Neustadt, die Clemensstraße, die Gymnasialstraße, den Willi-Hörter-Platz, den Jesuitenplatz, die Firmungstraße, die Nagelsgasse, Am Alten Hospital, den Kastorhof und die Esther-Bejarano-Straße.
Die Demonstration endet auf den Grünflächen am Deutschen Eck. Dort findet von circa 11:55 Uhr bis 15 Uhr ein weiteres Bühnenprogramm mit politischen Reden und Kulturbeiträgen statt. Das offizielle Ende der Versammlung ist für 18 Uhr geplant. „Kommt am 1. Mai auf die Straße! Für sichere Arbeitsplätze, für soziale Sicherheit, für eine gerechte Politik“, so der abschließende Appell der Gewerkschaft.