Koblenzer Derby: FC Cosmos behält Sieg, doch jetzt droht Punktabzug

Das Koblenzer Oberliga-Derby ist entschieden: Cosmos behält den Sieg gegen Rot-Weiss. Doch weil der Verein eine unerlaubte Auswechslung vornahm, könnte nun eine empfindliche Strafe folgen.

Koblenzer Derby: FC Cosmos behält Sieg, doch jetzt droht Punktabzug

Das Ergebnis des Oberliga-Stadtderbys zwischen dem FC Cosmos Koblenz und dem FC Rot-Weiss Koblenz vom 19. August bleibt bestehen. Wie die Rhein-Zeitung berichtet, hat nun auch das Verbandsgericht des Fußball-Regional-Verbands Südwest (FRV) die Berufung von Rot-Weiss Koblenz zurückgewiesen und damit die ursprüngliche Entscheidung der Spruchkammer bestätigt. Cosmos hatte das Spiel mit 2:1 gewonnen.

Der Auslöser des Streits war ein Wechselfehler des FC Cosmos: Das Team nutzte ein viertes Wechselfenster, obwohl in der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar nur drei Unterbrechungen für Auswechslungen zusätzlich zur Halbzeitpause erlaubt sind. Die Rot-Weissen legten daraufhin Protest ein, da der in der 80. Minute eingewechselte Spieler Marsel Tahiri aus ihrer Sicht keine gültige Spielberechtigung hatte.

„Für mich ist das eine Lücke“

Das Verbandsgericht argumentierte in seinem Urteil jedoch anders als die Vorinstanz. Es stellte fest, dass ein Spieler seine Einsatzberechtigung nicht verliert, nur weil er in einem nicht erlaubten Wechselfenster eingewechselt wird. Die Regelung zur Anzahl der Wechselgelegenheiten sei eine reine Ordnungsvorschrift und habe keinen Einfluss auf die Spielberechtigung.

Diese Auslegung sorgt bei Rot-Weiss Koblenz für Unverständnis. „Für mich ist das eine Lücke und ich empfinde es als eine Frechheit, dann sollen sie die Regelung halt einfach streichen“, erklärt der Sportliche Leiter Christian Noll gegenüber der RZ. Er verweist darauf, dass andere Trainer sich an die Regel gehalten und auf einen Wechsel verzichtet hätten, selbst wenn sich ein Spieler verletzte.

Orhan Lokurlu, Sportlicher Leiter bei Cosmos, gibt zu, dass man sich in einer Grauzone bewege. Man habe aber mit dem Urteil gerechnet, da es einen Präzedenzfall des DFB-Sportgerichts aus dem Jahr 2021 gegeben habe. „Aber letztlich muss diese Causa nicht von uns, von den Klubs, sondern von den Verbänden geregelt werden“, sagte Lokurlu.

Hohe Geldstrafe und Punktabzug möglich

Ganz abgeschlossen ist der Fall damit aber noch nicht. Das Verbandsgericht hat die Angelegenheit an die Spruchkammer zurückverwiesen. Diese kann nun ein Verfahren gegen Cosmos Koblenz einleiten, um den Verstoß gegen die Durchführungsbestimmungen zu ahnden – unabhängig von der Spielwertung.

Ein solcher Verstoß kann laut dem Urteil empfindliche Strafen nach sich ziehen. Dem Verein drohen nun eine hohe Geldstrafe und oder sogar ein Punktabzug. Die Geschichte um das Wechselfenster ist also auch nach dem finalen Urteil zur Spielwertung noch nicht zu Ende.