Der Telekommunikationsanbieter O2 Telefónica plant massive Einschnitte. Wie die Tochter des spanischen Telefónica-Konzerns mitteilte, sollen deutschlandweit bis zu 1.100 Stellen abgebaut und Dutzende Filialen geschlossen werden. In Koblenz gibt es drei firmeneigene O2-Shops, deren Zukunft damit ungewiss ist.
Laut den Plänen des Konzerns soll bis Ende des Jahres jede sechste Vollzeitstelle wegfallen. Den betroffenen Mitarbeitern werden Abfindungen und andere Angebote für ein freiwilliges Ausscheiden gemacht. Außerdem sollen 60 der aktuell rund 800 eigenen O2-Shops schließen. Franchise-Filialen sind von den Schließungen nicht betroffen.
Welche Standorte genau schließen werden, ist noch nicht bekannt. In der Koblenzer Innenstadt betreibt O2 drei eigene Filialen: im Forum Mittelrhein, in der Löhrstraße 54b und am Löhrrondell 10. Ein vierter Standort am Löhrrondell 5A ist ein selbstständiger Partnerbetrieb und daher von den angekündigten Maßnahmen ausgenommen.
KI soll Abläufe vereinfachen
Mit den Maßnahmen sichere man die Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit des Unternehmens, erklärte Deutschlandchef Santiago Argelich Hesse. „Wir vereinfachen die Organisation, bündeln Tätigkeiten und intensivieren den Einsatz Künstlicher Intelligenz in zentralen Abläufen.“ Die Kosten für die Restrukturierung belaufen sich auf rund 265 Millionen Euro.
Der Sparkurs soll auch im kommenden Jahr weitergehen. Bis 2028 will der Konzern die Organisation „bedarfsgerecht weiter verschlanken“, was vor allem das Personal in den Callcentern treffen wird. Nach Abschluss beider Sparrunden rechnet das Unternehmen mit jährlichen Kostensenkungen von etwa 185 Millionen Euro.
Verlust von Großkunde 1&1 als Auslöser
Hintergrund der drastischen Maßnahmen ist der Verlust des größten Firmenkunden. Der Anbieter 1&1, der mit seinen 12 Millionen Handykunden jahrelang das O2-Netz nutzte, ist zum Konkurrenten Vodafone gewechselt. Dieser Wechsel führte zu erheblichen Einnahmeverlusten für O2 Telefónica und leitete einen Führungswechsel ein: Anfang des Jahres übernahm Santiago Argelich Hesse den Chefposten von Markus Haas.