Warum Koblenz zu Deutschlands größten Aufsteigern gehört

Koblenz ist einer der großen Gewinner im neuen Städteranking 2025. Im Deutschland-Vergleich klettert die Stadt um 31 Plätze nach oben und landet im oberen Drittel der dynamischsten Städte.

Warum Koblenz zu Deutschlands größten Aufsteigern gehört

Koblenz gehört zu den großen Aufsteigern im neuen Städteranking 2025. Wie aus der am 4. Dezember 2025 veröffentlichten Untersuchung hervorgeht, hat sich die Stadt am Deutschen Eck in den vergangenen fünf Jahren so positiv entwickelt wie kaum eine andere deutsche Großstadt. In der Kategorie Dynamik springt Koblenz um ganze 31 Plätze nach oben.

Für das Ranking hat das Institut der deutschen Wirtschaft (IW Consult) im Auftrag von WirtschaftsWoche und ImmoScout24 die 71 größten kreisfreien Städte Deutschlands verglichen.

Starke Entwicklung am Deutschen Eck

Das Dynamikranking analysiert, wie sich Städte über einen Zeitraum von fünf Jahren in Bereichen wie Arbeitsmarkt, Wirtschaftsstruktur, Immobilienmarkt und Lebensqualität entwickelt haben. Es zeigt also, welche Standorte sich unabhängig von ihrer Ausgangslage besonders positiv verändern. Mit dem Sprung um 31 Ränge verbessert sich Koblenz von Platz 54 im Vorjahr auf nun Platz 23. Damit katapultiert sich die Stadt aus dem unteren Drittel der Rangliste direkt ins obere Drittel und zählt zu den stärksten Aufsteigern bundesweit.

Neben Koblenz zählt auch die alte Bundeshauptstadt Bonn zu den Gewinnern, die sich sogar um 36 Plätze verbesserte und nun auf Rang 10 liegt. An der Spitze des Dynamikrankings steht zum vierten Mal in Folge Mainz, das weiterhin vom BioNTech-Effekt profitiert.

Dynamik-Ranking: Wo Koblenz punktet und wo es hakt

Die positive Entwicklung von Koblenz hat konkrete Gründe. Laut der Detailauswertung hat sich die Zahl der Gästeübernachtungen in den letzten fünf Jahren stark erholt, hier belegt die Stadt bundesweit den vierten Platz. Auch die Aufklärungsquote bei Straftaten hat sich deutlich verbessert (Rang 7). Gleichzeitig gibt es aber auch Schattenseiten: Die Einwohnerzahl ist leicht rückläufig (Rang 54) und die Jugendarbeitslosenquote hat sich im Vergleich zu anderen Städten weniger positiv entwickelt (Rang 47).

Pendler-Magnet mit wenig neuem Wohnraum

Neben der Entwicklung bewertet die Studie auch das aktuelle Wirtschaftsniveau. Im Niveauranking landet Koblenz auf einem soliden 34. Platz im Mittelfeld. Zu den Stärken zählen die vergleichsweise niedrigen Gewerbesteuerhebesätze (Rang 7) und die hohe Zahl an Pendlern, die zum Arbeiten in die Stadt kommen (Rang 8). Schwächen zeigen sich hingegen beim Wohnungsbau (Rang 53) und bei der Abwanderung von Einwohnern (Rang 60).

München, Stuttgart und Ingolstadt bleiben hier an der Spitze. Die Schlusslichter sind wie im Vorjahr Duisburg, Bremerhaven und Gelsenkirchen.

Infrastruktur-Check: Top bei Nahverkehr, Flop bei Brücken

Erstmals wurde auch die Infrastruktur der Städte bewertet. Hier erreicht Koblenz mit Rang 27 ebenfalls einen Platz im vorderen Mittelfeld. Besonders gut schneidet die Stadt bei der Dichte an Haltestellen des öffentlichen Nahverkehrs (Rang 3) und der Anzahl an Hochschulen (Rang 4) ab. Ein alarmierendes Ergebnis liefert die Untersuchung jedoch beim Zustand der Brücken auf Bundesfernstraßen: Hier landet Koblenz auf dem vorletzten Platz (Rang 70). Auch die lange Fahrzeit zum nächsten Flughafen wird negativ bewertet (Rang 67).

Der neue Infrastrukturindex untersucht, wie gut die Städte bei Bildung, Verkehr, Digitalisierung und Klimaanpassung aufgestellt sind. Hier sichert sich Potsdam den ersten Platz.