Koblenz folge dem bundesweiten Trend, „den Fußverkehr stärker als Baustein einer klima- und menschengerechten Stadtentwicklung zu etablieren“, heißt es im „Strategiepapier für Klimaneutralität in Koblenz“. Es ist das Ergebnis der Gespräche von Stadtverwaltung und den Vertretern des Klimaentscheids Koblenz.
Dem „Zufußgehen“ wird demnach „erstmals eine eigenständige Rolle im Mobilitätssystem zugesprochen“. Um die Bedeutung des Fußgängerverkehrs zu stärken, prüft die Stadt, das Amt eines Fußverkehrsbeauftragten zu schaffen. Arbeitsbeginn könnte 2028 sein.
Mobile Hindernisse sollen weichen
Zudem sollen Gehwege an engen Straßenstellen auf bis zu 2,10 Meter verbreitert werden. Das könnte zum Beispiel für Abschnitte der Bogenstraße in der Goldgrube, die Raiffeisenstraße in Metternich, die Koblenzer Straße und der Heiligenweg in Moselweiß sowie Abschnitte der Teichstraße und Am Mühlbach in Güls gelten.
Härter vorgehen will die Stadt auch gegen Hindernisse auf Gehwegen. „Illegales Gehwegparken soll konsequent verfolgt und geahndet werden“, heißt es in dem Strategiepapier. Auch mobile Hindernisse wie Mülltonnen sollen „dauerhaft von den Gehwegen entfernt werden“.
Die Schloßstraße zwischen Löhrrondell und Viktoriastraße könnte außerdem in eine „Fußgängerzone auf Probe“ umgewandelt werden. Der Autoverkehr würde aus diesem Bereich wie auch schon im Abschnitt zwischen Viktoriastraße und Casinostraße verbannt. Radfahrer sollen den Bereich allenfalls in Schrittgeschwindigkeit nutzen dürfen.
Tempo 30-Zonen auf 21 Kilometern?
Auf bis zu knapp 21 Kilometern städtischer Straßen könnten außerdem Tempo 30-Zonen eingeführt werden. Davon wäre beispielsweise die Emser Straße in Pfaffendorf betroffen. Durch Änderungen der Straßenverkehrsordnung sei es der Stadt nun möglich, Tempo 30 auch dort einzuführen, wo keine besondere Gefahrenlage wie an Schulen oder Kindergärten bestehe.
Auch auf Bundes- und Landstraßen könnte der Autoverkehr ausgebremst werden. Um mehr Aufmerksamkeit für die Geschwindigkeitsbeschränkungen zu erreichen, sollen stationäre und mobile Geschwindigkeitsanzeiger aufgestellt werden.
Einschränken will die Stadt zudem die Zahl der kostenfreien öffentlichen Parkplätze. „Die Parkraumbewirtschaftung in Koblenz ist ein zentrales Instrument der städtischen Verkehrs- und Mobilitätspolitik“, heißt es in dem Papier. Sie diene vor allem dazu, den begrenzten Parkraum effizient zu nutzen und den Parksuchverkehr in der Innenstadt zu reduzieren. Geprüft wird nun, ob auch das Parken in den Stadtteilen Rauental, Goldgrube und Lützel sowie im Umfeld des Freibads Oberwerth kostenpflichtig werden soll.