Tribünen-Neubau im Koblenzer Stadion Oberwerth: So geht es jetzt weiter

Der Ausbau des Sportparks Oberwerth in Koblenz wird teuer. Um Kosten zu sparen, wollen Politiker nun ein Stadion in Wattenscheid besichtigen und von dessen Umbau lernen.

Tribünen-Neubau im Koblenzer Stadion Oberwerth: So geht es jetzt weiter

Die Ratsfraktionen von CDU, SPD und Bündnis 90/Die Grünen wollen nach Möglichkeiten zur Kostensenkung beim Ausbau des Sportparks Oberwerth suchen. In einem gemeinsamen Antrag schlagen sie vor, dass die Mitglieder des Sportausschusses das Lohrheidestadion in Wattenscheid besuchen, um von dem dortigen Stadion-Umbau zu lernen.

Ziel der Reise ist es, sich mit der Geschäftsführung vor Ort auszutauschen. Die Fraktionen erhoffen sich davon Erkenntnisse, wie die hohe Kostenlast für das Koblenzer Projekt verringert werden kann. Hintergrund ist die angespannte Haushaltslage der Stadt.

Hohe Kosten trotz Bundesförderung

Eine Machbarkeitsstudie hatte allein für den ersten Bauabschnitt des Sportparks Oberwerth Kosten von rund 48 Millionen Euro veranschlagt. Der Bund hat zwar kürzlich eine Förderung von acht Millionen Euro für den Neubau der Haupttribüne zugesagt, die geschätzten Gesamtkosten für dieses Teilprojekt liegen jedoch bei rund 40 Millionen Euro netto. Zusätzliche Mittel sollen aus einem weiteren Förderprogramm kommen. Die bestehende Tribüne aus den 1930er-Jahren weist erhebliche Mängel auf, weshalb ein Neubau als unumgänglich gilt.

Mit dem Neubau soll eine moderne und barrierefreie Sportstätte entstehen, die dem Breiten- und Schulsport sowie den Anforderungen für Leichtathletikmeisterschaften und Spiele der 3. Liga gerecht wird.

Vorbild Wattenscheid kostete 55 Millionen Euro

Das Lohrheidestadion in Wattenscheid, das als Vorbild dienen soll, wurde erst kürzlich für 55 Millionen Euro umfassend modernisiert und gilt nun als Deutschlands modernste Leichtathletik-Arena. Die dortigen Umbaumaßnahmen wurden vom Land Nordrhein-Westfalen mit rund 30 Millionen Euro gefördert.

Der Antrag der drei Koblenzer Fraktionen soll am Mittwoch, 29. April 2026, im Sport- und Bäderausschuss beraten werden. Stimmt der Ausschuss zu, wird die Verwaltung beauftragt, den Besuch in Wattenscheid zu organisieren. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen anschließend im Ausschuss besprochen werden.