Koblenz: Bundeswehr nimmt neuen Aufklärungssatelliten in Betrieb

Ein neues Satellitensystem, betreut vom Bundesamt in Koblenz, späht jetzt aus dem All. „Spock“ soll die NATO-Ostflanke schützen und wird von der Koblenzer Behörde gemanagt.

Koblenz: Bundeswehr nimmt neuen Aufklärungssatelliten in Betrieb

Das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) mit Sitz in Koblenz hat ein neues Satelliten-System gestartet, das den Namen einer berühmten Science-Fiction-Figur trägt: „Spock“. Wie die Koblenzer Behörde am Dienstag mitteilte, ist das System seit dem 1. Oktober im Einsatz.

Von Koblenz aus wird damit ein Projekt gesteuert, das mit Radarsatelliten weltweit bei Tag und Nacht und jedem Wetter Aufklärungsbilder liefert. So kann die Bundeswehr laut Mitteilung frühzeitig Truppenbewegungen von Gegnern erkennen und ihre eigenen Einsätze am Boden besser unterstützen. Das System soll im kommenden Jahr seine volle Leistungsfähigkeit erreichen.

Schutz für deutsche Soldaten an der NATO-Ostflanke

Besonders wichtig sei das neue System für die deutschen Soldaten, die als Teil der Panzerbrigade 45 in Litauen an der Ostgrenze der NATO stationiert sind. Generalmajor Armin Fleischmann, der Weltraumbeauftragte der Bundeswehr, erklärte dazu: „Mit SPOCK 1 konnten sehr kurzfristig die Aufklärungsfähigkeiten der Bundeswehr erweitert werden. Diese sind wesentlich für den Schutz der NATO-Ostflanke und der Brigade Litauen, da auf diese Weise Vorwarnzeiten deutlich beschleunigt werden können.“

Die Bilder aus dem All werden mithilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) automatisch ausgewertet, um schnell Ergebnisse zu liefern. Das in Koblenz verantwortete Projekt ergänzt die bereits vorhandenen Systeme SAR-Lupe und SARah. Betrieben wird das neue System von RISS, einem Gemeinschaftsunternehmen von Rheinmetall und der finnischen Firma ICEYE.