Vom Lehrerzimmer ins Landesparlament: Nicolas Cordes möchte 2026 nach Mainz

Nicolas Cordes, Realschullehrer aus Mayen und Familienvater, möchte 2026 für die SPD in den Mainzer Landtag einziehen. Seine Erfahrungen aus Schule, Elternschaft und regionaler Bildungsarbeit prägen seine politischen Schwerpunkte.

Vom Lehrerzimmer ins Landesparlament:  Nicolas Cordes möchte 2026 nach Mainz

Nicolas Cordes, 35 Jahre alt und Realschullehrer in Mayen, ist im Schulalltag fest verankert. Die Gespräche mit Jugendlichen, Eltern und Kolleginnen und Kollegen prägen seinen Blick auf die Region. Als Familienvater erlebt er zudem, wo Kitas und Schulen im Alltag an Grenzen stoßen. Aus diesem Umfeld heraus ist bei ihm der Wunsch entstanden, Verantwortung auf Landesebene zu übernehmen. 2026 möchte er in den Mainzer Landtag einziehen.

Wer mit Cordes spricht, spürt schnell, dass er ein klares Ziel verfolgt. Bereits zu Beginn seiner Kandidatur hörte er häufiger den Satz, er könne diesen Wahlkreis nicht gewinnen. Cordes erläutert, dass ihn diese Worte nicht gebremst haben. Sie hätten seinen Ehrgeiz vielmehr gestärkt und ihn motiviert, die Region noch intensiver zu bereisen und den Menschen zuzuhören.

Er unterrichtet an der Albert Schweitzer Realschule plus in Mayen, bildet an der Universität Koblenz angehende Lehrkräfte im Fach Erdkunde aus und arbeitet im KI Team Rheinland Pfalz an modernen Konzepten für den Unterricht. „Ich kann nicht stillstehen, ich möchte Prozesse anstoßen und Zukunft gestalten“, beschreibt er seinen Antrieb. Sein politisches Engagement begann in der Gewerkschafts und Personalratsarbeit. Dort sei ihm bewusst geworden, wie viel Veränderung im Bildungs und Sozialbereich notwendig ist. Als ehemaliger Fußballer sieht er sich selbst als teamorientiert, aber in der Sache klar und direkt.

Inhaltlich setzt Cordes Schwerpunkte auf Bildung, Familie und Soziales. Als Vater kenne er die Realität vieler Eltern aus eigener Erfahrung, etwa den Mangel an Kitaplätzen. Er fordert eine Reform des Kita Gesetzes und sieht großen Handlungsbedarf in der Bildungslandschaft. Dazu gehören aus seiner Sicht ein duales Lehramtsstudium mit einem regelmäßigen Praxistag, eine stärkere Rolle von Schulsozialarbeit und multiprofessionellen Teams sowie Schulen, die nicht nur Lernort, sondern Lebensraum für Kinder sind. Bildungseinrichtungen müssten stärker auf die Lebenswirklichkeit der Familien reagieren, betont er.

Seit seiner Nominierung hat Cordes nach eigenen Angaben mehr als einhundert Termine im gesamten Gebiet wahrgenommen. Dazu zählten Besuche in Schulen und Kitas sowie Gespräche mit Betrieben, Vereinen und vielen Bürgerinnen und Bürgern. Politische Arbeit definiert er über Verbindlichkeit und nachvollziehbare Ergebnisse. „Wenn ich etwas zusage, halte ich mich daran.“

Zum politischen Klima äußert er sich offen. Die Region sei vielfältig, aber politisch anspruchsvoll. In einigen Orten sei die AfD deutlich präsent. Er wolle die Sorgen der Menschen ernst nehmen und ihnen Raum geben, fügt er an. Gleichzeitig macht er deutlich, dass nachhaltige Lösungen aus seiner Sicht nicht durch einfache Antworten entstehen, sondern durch sachliche und kontinuierliche Arbeit. Der Vertrauensverlust in die Bundespolitik spielt nach seinen Worten eine große Rolle. Viele Menschen würden der Landes und Kommunalpolitik eher zutrauen, ihre Anliegen aufzugreifen, während Entscheidungen auf Bundesebene häufig als belastend für das politische Klima wahrgenommen werden.

Innerhalb der SPD fühlt sich Cordes gut aufgehoben. Zugleich betont er, dass politische Verantwortung stärker an fachlicher Kompetenz und Erfahrung orientiert sein sollte. Trotz seines vollen beruflichen und familiären Alltags sieht er die Kandidatur nicht als Überforderung, sondern als zeitlich begrenzte Investition. Sein Ziel beschreibt er so: reale nahbare Politik, verbindlich und lösungsorientiert gestalten und die Anliegen der Menschen verlässlich nach Mainz tragen.