Thomas Heinemann-Hildner (Bündnis 90/Die Grünen) setzt auf Klimaschutz, Handwerk und starke Regionen

Handwerker, Organist und Kommunalpolitiker: Thomas Heinemann-Hildner will für die Grünen in den Landtag einziehen und bringt Themen wie Klimaschutz, bezahlbares Wohnen und die Stärkung des ländlichen Raums in den Fokus.

Thomas Heinemann-Hildner (Bündnis 90/Die Grünen) setzt auf Klimaschutz, Handwerk und starke Regionen

Thomas Heinemann-Hildner ist 39 Jahre alt und lebt mit seiner Frau auf dem Niederwerth. Aufgewachsen ist er in Nörtershausen. Beruflich ist er gelernter Orgelbauer und zudem nebenberuflich als Organist tätig. Handwerk und Kirchenmusik prägen damit sowohl seinen beruflichen als auch persönlichen Alltag.

Seine politische Motivation beschreibt Heinemann-Hildner vor allem mit dem Wunsch nach mehr Klimaschutz und gesellschaftlicher Verantwortung. Veränderung gelinge nur, wenn Menschen selbst aktiv würden. Sein persönlicher Leitsatz laute daher, anzupacken statt zu meckern und zu handeln statt nur zu reden. Zudem sehe er bei den Grünen Werte vertreten, die auch aus seiner christlichen Prägung stammten, etwa Nächstenliebe und die Bewahrung der Schöpfung.

Politisches Interesse seit jungen Jahren

Politik habe ihn schon früh interessiert. Bereits als Schüler habe er politische Entwicklungen verfolgt und analysiert. Geprägt worden sei dieses Interesse auch durch sein Elternhaus. Sein Vater war kommunalpolitisch aktiv, seine Mutter engagierte sich in der Kirche. Dadurch habe er früh Einblicke in politische Abläufe und ehrenamtliche Strukturen erhalten.

Den Grünen trat Heinemann-Hildner im Jahr 2021 bei. Erste Gremienerfahrungen sammelte er zuvor bereits in kirchlichen Strukturen, unter anderem im Pfarrgemeinderat und im Dekanatsrat.

Engagement in Partei und Kommunalpolitik

Innerhalb der Partei übernahm er nach eigenen Angaben früh Verantwortung. Heute ist er sowohl im Ortsverband Vallendar als auch im Kreisverband Mayen-Koblenz im Vorstand aktiv. Zudem fungiert er als stellvertretender Sprecher einer Landesarbeitsgemeinschaft. Seit diesem Jahr gehört er außerdem dem Verbandsgemeinderat Vallendar an.

Diese Stationen hätten ihn politisch und persönlich geprägt und ihm gezeigt, dass politisches Engagement immer auch Dienst an der Gemeinschaft bedeute.

Erfahrungen im Wahlkampf

Die Vorbereitung seiner Kandidatur laufe bereits seit über einem Jahr. In dieser Zeit habe er zahlreiche Gespräche geführt und unterschiedliche Veranstaltungsformate erlebt. Von Vorstellungsreden bis zu Parteitagen mit mehreren hundert Teilnehmenden habe sich sein politischer Alltag deutlich intensiviert. Auch mediale Formate wie Videodrehs mit Bundespolitikerinnen hätten zu seinen bisherigen Erfahrungen gezählt.

Beim Thema Wohnen setzt Heinemann-Hildner auf mehrere Ansatzpunkte. Dazu gehörten die Aktivierung von Leerständen, das Schließen von Baulücken sowie Aufstockungen im Bestand. Ziel sei zusätzlicher Wohnraum, ohne weitere Flächen zu versiegeln.

Zudem spricht er sich für schnellere Bauverfahren, Anpassungen der Landesbauordnung sowie serielles Bauen aus. Ein besonderer Fokus liege auf dem sozialen Wohnungsbau. Kommunale Wohnungsbaugesellschaften sollten gestärkt werden, um dauerhaft günstige Mietpreise zu sichern. Auch energetische Sanierungen müssten sozialverträglich gestaltet werden, damit Modernisierungen nicht zu stark steigenden Mieten führten.

Handwerk und ländlicher Raum im Fokus

Als Handwerker sieht Heinemann-Hildner einen persönlichen Schwerpunkt in der Interessenvertretung des Handwerks. Er setzt sich für gute Ausbildungsbedingungen, starke Betriebe und faire Rahmenbedingungen für kleine Unternehmen ein.

Vorgeschlagen werden unter anderem eine zentrale Anlaufstelle für Betriebsnachfolgen, eine kostenfreie Meisterausbildung sowie mehr Praxisanteile im Schulunterricht.

Darüber hinaus möchte er den ländlichen Raum stärken. Kirchliche Gebäude sieht er dabei auch als soziale Orte der Begegnung, die für das Gemeindeleben erhalten bleiben sollten.

Themen aus dem Wahlkreis

Konkret benennt Heinemann-Hildner Infrastrukturprojekte, die er auf Landesebene voranbringen möchte.

Dazu zählt ein geplanter Bahnhaltepunkt in Bendorf. Aus seiner Sicht sei es nicht zeitgemäß, dass eine Stadt dieser Größenordnung keinen direkten Zugang zum Schienennetz habe.

Ein weiterer Schwerpunkt liege auf dem öffentlichen Nahverkehr im Westerwaldkreis. Busverbindungen müssten deutlich ausgeweitet werden, auch in den Abendstunden und am Wochenende, um Mobilität im ländlichen Raum verlässlich sicherzustellen.

Politischer Stil und Selbstverständnis

Für seine mögliche erste Legislaturperiode formuliert Heinemann-Hildner ein klares Selbstbild. Er wolle als Politiker wahrgenommen werden, der Haltung zeige, dabei aber im Ton fair bleibe. Kritik solle sachlich geäußert werden, persönliche Angriffe lehne er ab.

Zugleich sehe er sich als Brückenbauer, der unterschiedliche Meinungen aushalten und den Austausch über Parteigrenzen hinweg fördern wolle. Seine handwerkliche Praxis bringe dabei einen alltagsnahen Blick auf politische Entscheidungen mit sich.

Langfristig beschreibt Heinemann-Hildner seinen Wahlkreis als Region mit starken Bildungs- und Betreuungsangeboten für Kinder, mit guten Ganztagsstrukturen und gleichen Chancen unabhängig vom Elternhaus.

Auch die berufliche Orientierung junger Menschen solle gestärkt werden, insbesondere durch mehr Praxisbezug und eine höhere Wertschätzung von Ausbildungsberufen.

Bezahlbarer Wohnraum, gut aufgestellte Handwerksbetriebe, eine leistungsfähige Verkehrsanbindung sowie Fortschritte beim Klimaschutz gehören ebenfalls zu seinem Zukunftsbild. Ziel sei ein lebenswerter und zukunftsfähiger Wahlkreis für alle Generationen.