Sie sind auf Schulhöfen und in den Innenstädten kaum zu übersehen: E-Zigaretten, auch Vapes genannt, und Nikotinbeutel wie Snus. Doch der scheinbar harmlose Trend birgt erhebliche Gesundheitsrisiken. Davor warnt die Koblenzer Zahnärztin Dr. Patricia von Landenberg. Sie beobachtet in ihrer Praxis die Folgen des Konsums und klärt über die Gefahren auf, die oft unterschätzt werden.
Gefahr aus dem Dampf: Was Vapes mit Lunge und Herz machen
Obwohl Vapes keinen Tabak enthalten, sind sie alles andere als unbedenklich. Beim Erhitzen der Flüssigkeiten entsteht ein Aerosol, das neben Nikotin auch Metalle und Feinpartikel enthält. Wie die Ärztin erklärt, ist heute bekannt, dass das Inhalieren dieser Stoffe das Risiko für Lungen- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie einen Schlaganfall erhöht. Die Nikotinkonzentration ist dabei oft enorm: Eine einzige E-Zigarette kann so viel Nikotin wie zwei Schachteln Zigaretten enthalten.
Während es in Deutschland eine gesetzliche Obergrenze für Nikotin gibt, die von vielen legalen Geräten eingehalten wird, überschwemmt ein riesiger Markt an illegalen Einweg-Vapes die Kioske, die diese Grenze bewusst überschreiten, um einen stärkeren Nikotin-Kick zu erzeugen. Diese Produkte sind illegal und dürfen hierzulande nicht verkauft werden
Erste Warnsignale des Körpers können Herzrasen, innere Unruhe, Konzentrationsprobleme, ein trockener Mund und Mundgeruch sein.
Snus: Direkter Angriff auf Zahnfleisch und Knochen
Ähnlich riskant sind Nikotin-Pouches, oft fälschlicherweise als „Snus“ bezeichnet. Auch dort gibt es einen wichtigen Unterschied: Echter Snus, wie man ihn aus Schweden kennt, enthält Tabak und sein Verkauf ist in Deutschland und der restlichen EU verboten. Was hierzulande legal verkauft wird, sind tabakfreie Nikotin-Pouches. Doch harmlos sind diese legalen Alternativen keineswegs. Laut Dr. von Landenberg greifen diese Produkte Körper, Zahnfleisch, Knochen und Schleimhäute direkt an und das „oft schneller, als viele denken“. Die Folgen können von zurückgehendem Zahnfleisch bis hin zu dauerhaften Schäden im Mundraum reichen.
Was tun bei ersten Schäden?
Wer bereits erste negative Folgen wie empfindliche Zähne, einen trockenen Mund oder Zahnfleischprobleme bemerkt, sollte schnell handeln. Die moderne Zahnmedizin zielt, wie die Ärztin berichtet, nicht mehr nur darauf ab, Löcher zu reparieren, sondern das Gewebe gesund zu erhalten. Eine sanfte, biologische Zahnreinigung kann entzündungsfördernde Beläge entfernen und das Gleichgewicht der Mundflora stabilisieren.
Anschließend kann der Zahnschmelz gezielt gestärkt werden. Moderne Konzepte zur Remineralisierung versorgen die Zahnoberfläche mit hochwirksamen Mineralien wie Calcium, Phosphat und Hydroxylapatit. Dadurch wird der Zahnschmelz widerstandsfähiger, empfindliche Bereiche werden beruhigt und frühe Schäden lassen sich teilweise reparieren. Die wichtigste Botschaft der Expertin bleibt: Gar nicht erst solche Produkte zu konsumieren!
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