Das Unternehmen übernimmt die individuelle Gestaltung und ganzjährige Betreuung von Grabstätten, auch über die Stadtgrenzen hinaus. Wir haben den 23-jährigen Tim Adams bei einer Neugestaltung begleitet und erfahren, wie vielseitig eine moderne Friedhofsgärtnerei heute ist.
Für Tim Adams beginnt die Arbeit dort, wo andere Menschen zur Ruhe kommen. Der 23-Jährige kümmert sich um Grabstätten, entfernt verblühte Pflanzen, bereitet die Erde auf und sorgt mit einer neuen Bepflanzung dafür, dass die Gräber zur jeweiligen Jahreszeit passen.
Bei einer dieser Neugestaltungen haben wir ihn begleitet. Dabei wird deutlich: Hinter einem gepflegten Grab steckt mehr Arbeit, als es auf den ersten Blick vermuten lässt. Schließlich reicht es nicht aus, einfach ein paar Blumen in die Erde zu setzen. Pflanzen müssen zum Standort passen, die Gestaltung muss abgestimmt werden und auch die regelmäßige Pflege gehört dazu. Die Auswahl der Pflanzen und Farben soll zudem die Vorlieben des Verstorbenen berücksichtigen.
Für Adams ist das inzwischen Berufsalltag. Dabei führte sein ursprünglicher beruflicher Weg in eine ganz andere Richtung.
Vom Sozialassistenten zum Friedhofsgärtner
Tim Adams ist ausgebildeter Sozialassistent. Als er in den Gartenbereich wechselte, brachte er zunächst keine gärtnerische Ausbildung mit. Inzwischen hat er sich jedoch für eine Ausbildung zum Friedhofsgärtner entschieden und diese erfolgreich abgeschlossen.
Ein ungewöhnlicher Berufsweg, der zugleich zeigt, wie vielfältig die Arbeit auf dem Friedhof sein kann. Denn neben dem handwerklichen Umgang mit Pflanzen spielt auch der Kontakt zu Menschen eine Rolle.
Wer eine Grabstätte pflegen lässt, gibt schließlich nicht einfach irgendeine Grünfläche in fremde Hände. Oft ist es die letzte Ruhestätte eines nahestehenden Menschen. Entsprechend wichtig sind persönliche Absprachen und ein sensibler Umgang mit den Wünschen der Angehörigen.
Für Blumen Rickenbach gehört genau diese Verbindung aus gärtnerischem Handwerk und persönlicher Betreuung zum Konzept. Mit jungen Mitarbeitern wie Adams zeigt das Koblenzer Unternehmen zudem, dass die Friedhofsgärtnerei auch für den beruflichen Nachwuchs Perspektiven bietet.
Drei bis viermal im Jahr ein neues Gesicht
Wie sich eine Grabstätte im Laufe des Jahres verändert, hängt von der gewünschten Gestaltung ab. Bei Blumen Rickenbach sind auf Wunsch etwa drei bis vier saisonale Umpflanzungen jährlich möglich.
Im Frühjahr kommen andere Blumen zum Einsatz als im Sommer oder Herbst. Dabei berücksichtigt das Team nicht nur die Jahreszeit, sondern auch die individuellen Vorstellungen der Angehörigen.
Manche bevorzugen eine eher schlichte Bepflanzung, andere wünschen sich wechselnde Farben oder bestimmte Pflanzen. Welche Gestaltung infrage kommt, wird vorab besprochen. Auch die jeweiligen Friedhofsvorschriften müssen berücksichtigt werden.
Doch mit der Bepflanzung allein ist es nicht getan. Die regelmäßige Grabpflege umfasst beispielsweise das Entfernen von Unkraut und Laub, die Pflege der vorhandenen Pflanzen und weitere Arbeiten, die für den Erhalt der Grabstätte notwendig sind.
Das Ziel: Angehörige sollen eine Grabstätte nach ihren Vorstellungen gestalten lassen können, ohne sämtliche Arbeiten selbst übernehmen zu müssen oder sich dazu verpflichtet zu fühlen.
Wenn Wildschweine die Grabpflege erschweren
Dass auf dem Friedhof nicht immer alles nach Plan läuft, gehört ebenfalls zum Arbeitsalltag. Eine besondere Herausforderung sind Wildschweine, die auf manchen Friedhöfen die Erde aufwühlen und dabei auch Grabstätten beschädigen.
Für die Friedhofsgärtner bedeutet das zusätzliche Arbeit. Werden Pflanzen herausgerissen oder Grabflächen durchwühlt, muss die betroffene Stelle wiederhergerichtet werden.
Blumen Rickenbach bietet deshalb neben der üblichen Grabpflege auch die Erneuerung von Grabanlagen nach Wildschäden an.
Solche Situationen zeigen, weshalb eine Grabstätte auch zwischen den saisonalen Bepflanzungen Aufmerksamkeit benötigt.
Grabpflege auch in Lahnstein und Boppard
Wer die Grabpflege einem Fachbetrieb überlassen möchte, muss sich bei Blumen Rickenbach nicht auf einen Friedhof innerhalb der Koblenzer Stadtgrenzen beschränken.
Das Unternehmen betreut nach eigenen Angaben auch Grabstätten in der Region, beispielsweise in Lahnstein oder Boppard.
Das kann besonders für Menschen interessant sein, deren Angehörige in der Heimat beigesetzt wurden, die selbst aber inzwischen weiter entfernt wohnen. Regelmäßige Fahrten zum Friedhof sind dann mitunter nur schwer möglich.
Aber auch für Menschen aus Koblenz, die aus gesundheitlichen oder zeitlichen Gründen nicht mehr selbst zur Gießkanne oder Gartenschere greifen können, bietet die professionelle Grabpflege eine Möglichkeit, die letzte Ruhestätte eines Angehörigen dauerhaft betreuen zu lassen.
Dabei muss nicht zwangsläufig die komplette Pflege abgegeben werden. Welche Arbeiten das Team übernimmt, kann individuell vereinbart werden.
Traditionelles Handwerk trifft auf digitale Organisation
Auch die Friedhofsgärtnerei entwickelt sich weiter. Blumen Rickenbach setzt bei der Organisation der Grabpflege auf eine App, die innerhalb eines geschlossenen Systems genutzt wird.
Die digitale Lösung soll die Abläufe rund um die Betreuung der Grabstätten vereinfachen und die Pflege besser organisierbar machen.
Damit verbindet das Unternehmen ein traditionelles Handwerk mit modernen Arbeitsweisen. Denn während die eigentliche Arbeit weiterhin direkt am Grab stattfindet, können digitale Hilfsmittel die Organisation im Hintergrund unterstützen.
Gerade bei regelmäßigen Pflegeintervallen, unterschiedlichen Standorten und individuell vereinbarten Leistungen spielt eine strukturierte Planung eine wichtige Rolle.
Entlastung, ohne die persönliche Gestaltung aufzugeben
Nicht jede Familie hat dieselben Vorstellungen davon, wie eine Grabstätte aussehen soll. Deshalb bietet Blumen Rickenbach unterschiedliche Möglichkeiten der Betreuung an.
Neben einzelnen Pflegeleistungen können Angehörige eine regelmäßige, ganzjährige Betreuung vereinbaren. Auch längerfristige Dauergrabpflegeverträge sind möglich. Diese werden über die Genossenschaft der Friedhofsgärtner im Land Rheinland-Pfalz angeboten und können für mindestens fünf Jahre abgeschlossen werden.
Der Vorteil liegt vor allem in der Entlastung: Angehörige müssen nicht selbst daran denken, wann wieder Unkraut entfernt, Laub beseitigt oder die Bepflanzung erneuert werden sollte.
Gleichzeitig bleibt Raum für persönliche Wünsche. Welche Blumen verwendet werden, wie häufig eine Umpflanzung stattfindet und welche Pflegearbeiten übernommen werden, kann im persönlichen Gespräch festgelegt werden. Auch Blumen oder Kerzen zu besonderen Anlässen können vereinbart werden.
Ein Beruf mit Verantwortung und Zukunft
Während Tim Adams bei der saisonalen Umpflanzung arbeitet, zeigt sich, wie viele unterschiedliche Aufgaben hinter dem Begriff Grabpflege stecken. Pflanzen auswählen, Erde bearbeiten, Grabflächen gestalten und regelmäßig kontrollieren. Jeder Arbeitsschritt trägt zum Gesamtbild bei.
Sein Wechsel vom Sozialassistenten in die Friedhofsgärtnerei steht dabei auch für eine Branche, die mehr zu bieten hat, als viele zunächst vermuten dürften.
Für Angehörige wiederum geht es bei der Grabpflege um weit mehr als Pflanzen und Blumen. Eine gepflegte Ruhestätte kann ein wichtiger Ort des Erinnerns sein.
Blumen Rickenbach möchte mit seinem Angebot dafür sorgen, dass dieser Ort auch dann gepflegt bleibt, wenn die Angehörigen selbst nicht regelmäßig vor Ort sein können.
Denn die Erinnerung an einen Menschen braucht keine regelmäßige Gartenarbeit, wohl aber einen Ort, an dem sie ihren Platz findet.