Gewerbesteuer: Koblenz unter den teuersten Städten in Rheinland-Pfalz

Eine neue Umfrage zeigt: Koblenz hat einen der höchsten Gewerbesteuer-Hebesätze in Rheinland-Pfalz. Nur eine Stadt ist noch teurer. Wo Unternehmen am meisten und wo am wenigsten zahlen.

Gewerbesteuer: Koblenz unter den teuersten Städten in Rheinland-Pfalz

Koblenz gehört bei der Gewerbesteuer zu den teuersten Kommunen in Rheinland-Pfalz. Das zeigt eine aktuelle Umfrage des Bundes der Steuerzahler (BdSt) Rheinland-Pfalz unter den 25 größten Städten und Gemeinden des Landes.

Mit einem Gewerbesteuer-Hebesatz von 440 Prozent liegt Koblenz auf dem zweiten Platz. Nur die Landeshauptstadt Mainz hat mit 460 Prozent einen höheren Wert. Dahinter folgen Trier, Kaiserslautern und Mayen mit jeweils 430 Prozent. Der Durchschnitt der untersuchten Kommunen liegt bei 413 Prozent. Den niedrigsten Hebesatz hat Ingelheim am Rhein mit 332 Prozent.

Was bedeutet der Hebesatz für Unternehmen?

Der Hebesatz bestimmt mit, wie viel Gewerbesteuer ein Unternehmen zahlen muss. Jede Kommune legt ihn selbst fest. Bei einer GmbH mit einem steuerpflichtigen Gewerbeertrag von 100.000 Euro würden in Koblenz beispielsweise 15.400 Euro Gewerbesteuer anfallen. In Mainz wären es 16.100 Euro, in Ingelheim nur 11.620 Euro. Grundlage ist ein Steuermessbetrag von 3,5 Prozent des maßgeblichen Gewerbeertrags, auf den der jeweilige Hebesatz angewendet wird.

Steuerzahlerbund warnt vor hohen Hebesätzen

Im Vergleich zum Vorjahr blieben die Hebesätze in 24 der 25 untersuchten Kommunen unverändert. Lediglich Alzey erhöhte seinen Satz von 385 auf 420 Prozent. Senkungen gab es keine.

René Quante, Geschäftsführer des BdSt Rheinland-Pfalz, begrüßt die Entwicklung: „Dass sich die allermeisten der großen Städte und Gemeinden in Rheinland-Pfalz bislang gegen höhere Gewerbesteuer-Hebesätze entschieden haben, ist sehr begrüßenswert.“

Gleichzeitig warnt er vor den Folgen hoher Hebesätze: „Denn hohe Hebesätze mögen kurzfristig die Haushaltslöcher stopfen, aber langfristig drohen sie die wirtschaftliche Basis zu unterminieren.“ Ein Standort werde dadurch im Wettbewerb unattraktiver.

Quante kritisiert zudem, dass die Gewerbesteuer stark von der wirtschaftlichen Entwicklung abhänge. Der Steuerzahlerbund spricht sich deshalb für ihre Abschaffung aus. Stattdessen könnten die Kommunen einen höheren Anteil an der Umsatzsteuer sowie Zuschlagsrechte auf die Einkommen- und Körperschaftsteuer erhalten.

Hebesatz-Rangliste für das Jahr 2026

  • Mainz: 460

  • Koblenz: 440

  • Trier: 430

  • Kaiserslautern: 430

  • Mayen: 430

  • Ludwigshafen am Rhein: 425

  • Landau in der Pfalz: 425

  • Bad Dürkheim: 425

  • Worms: 420

  • Bad Kreuznach: 420

  • Frankenthal (Pfalz): 420

  • Zweibrücken: 420

  • Idar-Oberstein: 420

  • Alzey: 420

  • Neustadt a. d. Weinstraße: 415

  • Speyer: 415

  • Pirmasens: 415

  • Andernach: 415

  • Neuwied: 405

  • Schifferstadt: 400

  • Germersheim: 395

  • Bingen am Rhein: 390

  • Bad Neuenahr-Ahrweiler: 380

  • Haßloch: 380

  • Ingelheim am Rhein: 332