Das sagen Stadt und Polizei zur Sicherheitslage in der Koblenzer Altstadt

Koblenzer Bürger fühlen sich in der Altstadt immer unsicherer. Doch die offiziellen Zahlen der Polizei zeigen einen deutlichen Rückgang der Straftaten. Das sagen die Behörden zu diesem Widerspruch.

Das sagen Stadt und Polizei zur Sicherheitslage in der Koblenzer Altstadt

Wird es in der Koblenzer Altstadt immer schlimmer? Diese Frage beschäftigt viele Bürgerinnen und Bürger. Über die SNIP-Funktion unseres Portals hatte sich ein User dazu auch an die Merkurist-Redaktion gewandt.

In einem Pressegespräch zum Thema „Sicherheit am Eck“ haben sich kürzlich die Stadtverwaltung und die Polizei Koblenz zu der gefühlten und der tatsächlichen Sicherheitslage geäußert. Während die Sorgen in der Bevölkerung ernst genommen werden, zeichnen die offiziellen Statistiken ein anderes Bild.

Laut der Polizeilichen Kriminalstatistik ist die Zahl der registrierten Straftaten in Koblenz deutlich gesunken. Für das Jahr 2025 verzeichnet die Polizei insgesamt 10.267 Delikte, was einem Rückgang von 14,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr 2024 entspricht. Gleichzeitig konnte die Aufklärungsquote auf 58,4 Prozent gesteigert werden.

Die Polizei erklärt, dass eine attraktive und belebte Innenstadt auch Begleiterscheinungen wie lautstarke Auseinandersetzungen, Belästigungen oder Sachbeschädigungen mit sich bringe. Solche Vorfälle könnten das persönliche Sicherheitsgefühl beeinträchtigen, ohne dass sich daraus automatisch eine generelle Verschlechterung der Sicherheitslage ableiten lasse.

Verstärkte Kontrollen und Dialog mit Bürgern

Die Stadtverwaltung nimmt die Klagen über Vermüllung, Lärm und Vandalismus nach eigenen Angaben sehr ernst. Man sei bestrebt, Reinigungsintervalle zu erhöhen und öffentliche Anlagen besser zu pflegen, da ein gepflegtes Stadtbild maßgeblich zum Sicherheitsgefühl beitrage. Die Kontrollen würden im Rahmen der Möglichkeiten durchgeführt.

Um Problemlagen frühzeitig zu erkennen, arbeiten das Ordnungsamt und die Polizei eng zusammen. Die sichtbare Präsenz durch gemeinsame Streifen habe sich bewährt und trage nicht nur zum Sicherheitsgefühl bei, sondern ermögliche auch ein schnelles Einschreiten. Zudem findet laut Stadt und Polizei ein vierteljährlicher Austausch mit der Bürgerinitiative „Unsere Altstadt“ statt, um Anregungen aus der Bürgerschaft aufzunehmen.

Drogenszene an bestimmten Orten ein Problem

Trotz der insgesamt positiven Entwicklung gibt es bekannte Brennpunkte. Wie die Polizei mitteilt, hat sich insbesondere im Bereich des „Löhrrondells“ und des „Altlöhrtors“ eine Szene von Jugendlichen und Heranwachsenden etabliert, die dort offen mit Drogen handelt. In diesen Bereichen kommt es demnach auch regelmäßig zu Straftaten wie Straßenkriminalität.

Die Behörden betonen, dass Sicherheit ein fortlaufender Prozess sei. Das bestehende Kontrollkonzept, das auf präventive und repressive Maßnahmen setzt, werde daher fortgeführt. Erkenntnisse über gefestigte Banden- oder Clanstrukturen liegen der Polizei aktuell aber nicht vor.