Ein entscheidender Fortschritt für das seit Jahrzehnten diskutierte Projekt der Mittelrheinbrücke: Das Land Rheinland-Pfalz hat in Aussicht gestellt, den Bau mit 90 Prozent zu fördern. Das gab Wirtschafts- und Verkehrsministerin Daniela Schmitt nach einem Gespräch mit den Landräten Volker Boch (Rhein-Hunsrück-Kreis) und Jörg Denninghoff (Rhein-Lahn-Kreis) bekannt.
„Die Regionen und das Land wollen, dass die Brücke am Mittelrhein schnellstmöglich kommt“, erklärte Ministerin Schmitt. Das gemeinsame Projekt komme gut voran. „Wir waren bei dem Projekt Mittelrheinbrücke noch nie so weit wie jetzt“, betonte die Ministerin. Um die Regionen auch finanziell zu unterstützen, sei das Land bereit, Verantwortung zu übernehmen. Die Zusage der hohen Förderung stehe allerdings unter dem Vorbehalt der zukünftigen Haushaltsverhandlungen.
Landräte begrüßen „klares und gutes Signal“
Die Landräte Boch und Denninghoff zeigten sich erfreut über die Ankündigung. „Wir freuen uns über dieses klare und gute Signal“, erklärten die beiden, die sich seit langem für den Brückenschlag einsetzen. „Die Menschen auf beiden Seiten des Rheins diskutieren seit Jahrzehnten über die Brücke, sie wollen, dass sie auch gebaut wird.“ Die Brücke sei ein wesentliches, verbindendes Element für die Wirtschaft, den Tourismus und vor allem für die Menschen vor Ort. „Wir leben im Welterbe Oberes Mittelrheintal eng miteinander, sind durch den Rhein aber doch getrennt“, so die Landräte.
Auch mit Blick auf die Bundesgartenschau 2029 sei der Bau der Brücke von großer Bedeutung. „Die BUGA 2029 soll weit über das Veranstaltungsjahr hinaus ins Tal wirken, und für diese weitere Entwicklung ist der Bau der Mittelrheinbrücke sehr wichtig“, betonten Denninghoff und Boch. Für die beiden Landkreise sei die höchstmögliche Förderquote von existenzieller Bedeutung.
Komplexe Planungen laufen bereits
Nachdem die Landkreise den Auftrag erteilt hatten, sind die komplexen Planungen für die Brücke bereits angelaufen. Der Landesbetrieb Mobilität (LBM) übernimmt die Planungen für die Kreisstraße. Aktuell wird in einer Standortkonkretisierung untersucht, wo genau die Brücke und ihre Anbindung verlaufen können. Dabei müssen neben der technischen Machbarkeit auch Belange des Naturschutzes, insbesondere die Natura-2000-Gebiete, und die Sichtbeziehungen im UNESCO-Weltkulturerbe berücksichtigt werden. Die Landräte kündigten an, den aktuellen Sachstand in den kommenden Sitzungen ihrer Kreisgremien vorzustellen.