Friseur und Kosmetik-Razzia in Koblenz: Zoll deckt zahlreiche Verstöße auf

Bei einer großangelegten Kontrolle hat der Koblenzer Zoll am Samstag Barbershops und Nagelstudios in Koblenz, Mainz und Trier überprüft. Es gibt zahlreiche Verdachtsfälle und erste Strafverfahren.

Friseur und Kosmetik-Razzia in Koblenz: Zoll deckt zahlreiche Verstöße auf

Die Finanzkontrolle Schwarzarbeit des Zolls hat am vergangenen Samstag (26. September) eine bundesweite Schwerpunktprüfung im Friseur- und Kosmetikgewerbe durchgeführt. Wie das Hauptzollamt Koblenz mitteilt, standen dabei gezielt Nagelstudios und Barbershops im Bezirk Koblenz, Mainz und Trier im Fokus der Beamten.

Ziel der Aktion war es, die Einhaltung der sozialversicherungsrechtlichen Pflichten und des Mindestlohns zu kontrollieren. Außerdem wollten die Zöllner illegale Beschäftigung, Scheinselbstständigkeit und Leistungsbetrug aufdecken. Allein für den Bereich des Hauptzollamts Koblenz waren mehr als 80 Einsatzkräfte unterwegs. Sie befragten rund 220 Personen zu ihren Beschäftigungsverhältnissen.

Dutzende Verfahren eingeleitet

Die ersten Ergebnisse zeigen, dass in vielen Fällen weitere Prüfungen notwendig sind. In mehr als 40 Fällen besteht der Verdacht, dass die Betriebe ihre Aufzeichnungs- und Meldepflichten nicht eingehalten haben, auch im Zusammenhang mit dem Mindestlohn.

„Vor Ort wurden 7 Strafverfahren und 46 Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet“, berichtet Thomas Molitor, Pressesprecher des Hauptzollamtes Koblenz. „Wir haben bei den Strafverfahren überwiegend den Verdacht, dass gegen aufenthaltsrechtliche Vorschriften verstoßen wurden.“

Umfangreiche Nachermittlungen folgen

Nach den Kontrollen beginnen nun umfangreiche Nachermittlungen. Dabei werden die vor Ort erhobenen Daten der Arbeitnehmer mit der Lohn- und Finanzbuchhaltung der Unternehmen abgeglichen. Auch weitere Geschäftsunterlagen werden geprüft. Der Zoll steht dabei in engem Austausch mit anderen Behörden und der Rentenversicherung.