Angesichts zunehmender Hitzewellen will die Stadt Koblenz ihre Bürger künftig besser schützen. Ein neuer „Hitzeaktionsplan“ soll als verbindlicher Handlungsrahmen dienen, um insbesondere gefährdete Menschen auf extreme Temperaturen vorzubereiten und sie für das Thema zu sensibilisieren. Das geht aus einer Beschlussvorlage für den Stadtrat hervor, der am 3. September endgültig darüber entscheiden soll.
Der Plan wurde unter Federführung der Klimaleitstelle gemeinsam mit verschiedenen Ämtern und externen Partnern entwickelt. Er bündelt kurz-, mittel- und langfristige Maßnahmen, die bei angekündigten Hitzeereignissen schnell wirken sollen.
Von Hitzewarnung bis zu „Cooling Areas“
Zu den kurzfristigen Schritten gehört, dass die Stadt bei einer amtlichen Hitzewarnung des Deutschen Wetterdienstes gezielte Handlungsempfehlungen an Kitas, Schulen, Pflegeeinrichtungen und die Wohnungslosenhilfe verschickt. Als mittelfristige Maßnahme wurde bereits die Webseite „Coole Tipps für heiße Tage“ unter koblenz.de/hitzetipps eingerichtet, die zentral über den richtigen Umgang mit Hitze informiert.
Langfristig plant die Stadt den stetigen Ausbau des sogenannten Refill-Netzwerks, bei dem Bürgerinnen und Bürger kostenlos ihre Wasserflaschen auffüllen können. Zudem sollen „Cooling Areas“ erfasst werden – also öffentlich zugängliche, kühle Orte, die an heißen Tagen eine Abkühlung ermöglichen.
Ein Plan, der sich weiterentwickelt
Bauliche Maßnahmen wie Dachbegrünungen und die Entsiegelung von Flächen sind bewusst nicht Teil des Plans. Diese Aspekte werden laut der Verwaltung bereits im umfassenderen Klimaanpassungskonzept der Stadt behandelt, das der Stadtrat im März beschlossen hat.
Der Hitzeaktionsplan ist als „Living Document“ konzipiert, also als ein dynamisches Arbeitsinstrument, das fortlaufend ergänzt wird. So prüft die Verwaltung nach Anregungen aus dem Umweltausschuss derzeit die Einrichtung eines Hitzetelefons, eine bessere Wegweisung zu den Refill-Stationen und deren Einbindung in Google Maps. Auch die Koblenzer Tafel und das Jobcenter sollen künftig als Multiplikatoren eingebunden werden.