Interimsschule in Koblenz-Goldgrube: Stadtrat gibt grünes Licht

Das Max-von-Laue-Gymnasium in Koblenz ist marode. Für die Sanierung wird eine Interimsschule in der Goldgrube gebaut. Der Stadtrat hat dem Projekt zugestimmt, doch es gibt auch Widerstand.

Interimsschule in Koblenz-Goldgrube: Stadtrat gibt grünes Licht

Der Koblenzer Stadtrat hat in seiner Sitzung am 28. Mai grünes Licht für den Bau einer Interimsschule im Stadtteil Goldgrube gegeben. Wie aus der Beschlussvorlage der Verwaltung hervorgeht, soll das Gebäude zunächst die Schülerinnen und Schüler des sanierungsbedürftigen Max-von-Laue-Gymnasiums aufnehmen.

Der Grund für die Maßnahme ist der dringende Handlungsbedarf am Gymnasium. Aufgrund erheblicher Mängel in den Bereichen Brandschutz, Tragwerk und Akustik dulden Bauaufsicht und Feuerwehr den Betrieb des Schulgebäudes nur noch bis maximal 2028. Eine Sanierung bei laufendem Schulbetrieb ist laut Verwaltung nicht möglich, da dies die Sicherheit und den Unterricht massiv beeinträchtigen würde.

Sechs Standorte geprüft – Goldgrube macht das Rennen

Auf der Suche nach einem geeigneten Standort für die Übergangsschule prüfte die Stadtverwaltung insgesamt sechs Flächen. Die Wahl fiel auf die Schulerweiterungsfläche in der Goldgrube, da diese mehrere entscheidende Vorteile bietet. Das Grundstück ist bereits im Besitz der Stadt, das Gelände ist freigeräumt und Bodengutachten liegen ebenfalls schon vor. Zudem ist das Areal gut an den öffentlichen Nahverkehr angebunden und vom Hauptbahnhof aus fußläufig erreichbar.

Andere geprüfte Standorte wie das Königsbacher-Areal, das Goethewäldchen und der Sportplatz an der Steinstraße schieden unter anderem wegen ungeklärter Eigentumsverhältnisse, aufwendiger Rodungsarbeiten oder bekannter Schadstoffbelastungen im Boden aus.

Mehr als nur eine Übergangslösung

Die neue Interimsschule soll in Modulbauweise errichtet werden und hat eine geplante Nutzungsdauer von bis zu 50 Jahren. Die Kosten für den Kauf belaufen sich auf rund 21,5 Millionen Euro. Die Investition ist als langfristige Lösung gedacht: Nach dem Rückzug des Max-von-Laue-Gymnasiums soll das Gebäude für weitere große Schul-Sanierungsprojekte in Koblenz genutzt werden. Konkret geplant sind bereits Auslagerungen für das Eichendorff-Gymnasium und die Julius-Wegeler-Berufsbildende Schule.

Der Bau hat auch Auswirkungen auf die Pestalozzi-Grundschule. Da die Interimsschule auf der Fläche des geplanten Neubaus der Grundschule entsteht, wird diese für die Dauer ihrer eigenen Bauphase in eine Containerlösung für 3,5 Millionen Euro umziehen. Anschließend wird das alte Grundschulgebäude für 750.000 Euro abgerissen.

Kritik von Eltern und Anwohnern

Die Pläne stoßen jedoch auf Widerstand. Seit der Ankündigung äußern Eltern und Anwohner in den sozialen Medien Kritik. Viele befürchten durch die neue Schule deutlich mehr Verkehr und mangelnde Parkplätze in der Goldgrube. Auch mögliche Konflikte zwischen den vielen Schülerinnen und Schülern auf dem gleichen Gelände werden als Sorge genannt.

Um dem Protest Nachdruck zu verleihen, wurde eine Online-Petition mit dem Titel „Keine Interimsschule in der Goldgrube auf Kosten unserer Kinder“ ins Leben gerufen. Diese hatte am Donnerstagnachmittag (28. Mai, Stand 15:48 Uhr) bereits mehr als 1.000 Unterstützer.