Der mutmaßliche Anführer einer sadistischen Online-Gruppe Kai M. soll einen 15-Jährigen in Schweden zu einem schweren Brandanschlag angestiftet haben. Bei der Tat, die gefilmt und live im Internet gestreamt wurde, wurden eine Garagenanlage und 18 Autos zerstört. Der Fall hatte seinen Ursprung bei Ermittlern in Koblenz.
Seit dem 7. August hat die Bundesanwaltschaft die Ermittlungen übernommen. Dem Angeklagten, Kai M., werden unter anderem die Mitgliedschaft in einer terroristischen und kriminellen Vereinigung sowie die Anstiftung zu Mord sowie Brandstiftung vorgeworfen. Von einigen Taten habe der Beschuldigte anschließend Videozuschnitte im Netz verbreitet. Kai M. wurde bereits am 17. März 2026 festgenommen und befindet sich seitdem auf Grundlage eines Haftbefehls des Amtsgerichts Koblenz in Untersuchungshaft.
Ermittlungen begannen in Koblenz
Ursprünglich hatte die Generalstaatsanwaltschaft Koblenz gegen den Beschuldigten ermittelt, bevor der Fall an die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe überging. Ein nun veröffentlichter Beschluss des Bundesgerichtshofs (BGH) gibt weitere Einblicke in die schwerwiegenden Vorwürfe.
Dem BGH-Beschluss zufolge soll Kai M. Anhänger einer rechtsradikalen, antisemitischen und staatsfeindlichen Gesinnung sein und seine sozialen Kontakte fast ausschließlich im Internet gepflegt haben. Spätestens im Mai 2024 habe er sich der „Gruppe 1414“ angeschlossen, einer terroristischen und kriminellen Online-Vereinigung, deren Ziel es gewesen sei, andere Menschen zu schweren Straftaten wie Gewalt-, Sexual- und Brandstiftungsdelikten anzustiften.
Teil der sadistischen „COM-Szene“
Laut Angaben des Generalbundesanwalts beim Bundesgerichtshof (GBA) in Karlsruhe gründete Kai M. spätestens Ende März 2024 mit Gleichgesinnten eine von rechtsextremer Ideologie geprägte Online-Gruppierung. Später schloss er sich einer weiteren kriminellen Online-Gruppe an. In beiden Gruppierungen, die der sogenannten „COM-Szene“ zugeordnet werden, soll er als eine Art Anführer fungiert haben. Hierbei ist der Begriff „COM“ eine Abkürzung für „Community“ und beschreibt eine Szene, die sich vor einigen Jahren im Internet entwickelt hat. Ihre Mitglieder suchen gezielt in sozialen Medien und auf Gaming-Plattformen nach jungen, psychisch labilen Personen, um sie durch gezielte Manipulation zu erniedrigenden Handlungen, Selbstverletzungen bis hin zum Suizid zu drängen.