Skandale, ein Mord und Deutschlands Aus: Die wilde WM 1994 in den USA

Vor 30 Jahren fand erstmals eine Fußball-Weltmeisterschaft in den USA statt. Sie ging mit einem Doping-Skandal um Maradona, dem Mord an einem Spieler und Deutschlands frühem Aus in die Geschichte ein. Ein Rückblick.

Skandale, ein Mord und Deutschlands Aus: Die wilde WM 1994 in den USA

Ab nächster Woche blicken Fußballfans aus ganz Deutschland, auch aus Koblenz, wieder gespannt in die USA, wo die Weltmeisterschaft 2026 stattfindet. Besonders im Fokus der Koblenzer Fußballfans dürfte Josué Duverger stehen. Der Torwart des Oberligisten FC Cosmos Koblenz gehört zum Kader von Haiti. Das Nationalteam des Inselstaats in der Karibik spielt in der Gruppe C gegen Brasilien, Schottland und Marokko.

Es ist nicht das erste Mal, dass ein WM-Turnier in den USA ausgetragen wird. Bereits 1994 war das Land der unbegrenzten Möglichkeiten Gastgeber – für eine WM, die als Zuschauermagnet in Erinnerung blieb, aber auch von tragischen und skandalösen Ereignissen überschattet wurde.

Die Weltmeisterschaft vor 30 Jahren fand vom 17. Juni bis zum 17. Juli 1994 in neun verschiedenen Stadien statt. Obwohl Fußball in den USA damals als Randsportart galt, strömten die Menschen in die Arenen und machten das Turnier zur bis dahin meistbesuchten WM der Geschichte. Am Ende krönte sich Brasilien in Pasadena nach einem dramatischen Elfmeterschießen gegen Italien zum Weltmeister.

Überraschendes Aus für den Weltmeister

Für Deutschland, das als amtierender Weltmeister von 1990 angetreten war, endete das Turnier enttäuschend. Nach einer souveränen Gruppenphase und einem 3:2-Sieg gegen Belgien im Achtelfinale war im Viertelfinale Schluss. Die deutsche Mannschaft unterlag überraschend mit 1:2 gegen Bulgarien. Bester deutscher Torschütze war Jürgen Klinsmann mit fünf Treffern.

Die Torschützenkanone teilten sich der Russe Oleg Salenko und der Bulgare Christo Stoitschkow mit jeweils sechs Toren. Für die DFB-Elf war es eine herbe Enttäuschung: Erstmals seit 1978 verpasste Deutschland das Finale einer Weltmeisterschaft, und kein einziger deutscher Spieler wurde in das All-Star-Team des Turniers berufen.

Ein Mord und ein Drogen-Skandal

Die WM 1994 hatte jedoch auch ihre dunklen Seiten. Bereits während der Qualifikation kam fast die gesamte Nationalmannschaft Sambias bei einem Flugzeugabsturz ums Leben. Während des Turniers erschütterte dann der Mord an dem kolumbianischen Spieler Andrés Escobar die Welt. Er wurde nach seiner Rückkehr in Medellín erschossen, nachdem er im Spiel gegen die USA ein Eigentor erzielt hatte, das zum Ausscheiden seines Teams führte. Ein direkter Zusammenhang zwischen dem Tor und der Tat konnte jedoch nie nachgewiesen werden.

Für den größten Skandal sorgte einer der berühmtesten Fußballer aller Zeiten: Argentiniens Kapitän Diego Maradona wurde nach einem Gruppenspiel positiv auf Drogen getestet und vom weiteren Turnier ausgeschlossen. Ohne ihren Star schied die argentinische Mannschaft kurz darauf im Achtelfinale gegen Rumänien aus. Die gut organisierte und zuschauerstarke WM von 1994 bleibt somit als ein Turnier der Gegensätze in Erinnerung – eine Lehre, die auch für die kommende WM 2026 von Bedeutung sein könnte.