Sechstes Wolfsrudel in Rheinland-Pfalz: Wölfe an der Loreley unterwegs

Ein neues Wolfsrudel ist unweit von Koblenz im Rhein-Lahn-Kreis aktiv. Es ist bereits das sechste in Rheinland-Pfalz. Die Zahl der Angriffe auf Nutztiere ist gestiegen.

Sechstes Wolfsrudel in Rheinland-Pfalz: Wölfe an der Loreley unterwegs

In Rheinland-Pfalz ist ein sechstes Wolfsrudel nachgewiesen worden. Wie der SWR Koblenz berichtet, ist das Rudel im Rhein-Lahn-Kreis zwischen Bad Ems-Nassau und der Loreley aktiv.

Laut dem Leiter des Koordinationszentrums Luchs und Wolf (Kluwo), Julian Sandrini, handelt es sich um das Rüdesheimer Wolfsrudel aus Hessen, das nun auch in Rheinland-Pfalz aktiv ist. Grundlage für diese Einstufung seien Bilddaten aus den Verbandsgemeinden Bad Ems-Nassau und Loreley, die über mehrere Monate in diesem Jahr gesammelt worden seien. Zudem habe es in dem Gebiet einen genetischen Nachweis des Wolfs „GW4466m“ gegeben, einem Nachkommen des Rüdesheimer Rudels. Wegen der „mittlerweile regelmäßigen Aktivitäten“ könne das Rudel als sechstes grenzüberschreitendes Rudel eingestuft werden, so Sandrini.

Dem Kluwo zufolge gibt es weitere Rudel in den Regionen Leuscheid, Hachenburg und Puderbach im Westerwald, im Hochwald sowie in Greifenstein in Hessen. Insgesamt geht das Koordinationszentrum von elf etablierten, erwachsenen Wölfen aus, die ganz oder teilweise in Rheinland-Pfalz leben. Hinzu komme ein einzelner Wolf, der in den Kreisen Bad Kreuznach, Kusel und Birkenfeld unterwegs sei.

Mehrere Rudel haben Nachwuchs

Nach Angaben des Kluwo gibt es auch gesicherte Erkenntnisse über Nachwuchs. So sei im Leuscheider Rudel eine säugende Fähe durch eine Fotofalle bestätigt worden. Zudem sei ein diesjähriger Welpe nach einem Verkehrsunfall tot aufgefunden worden. Auch im Hochwald-Rudel sei eine säugende Wölfin durch Bildmaterial belegt. Im Puderbacher Rudel seien dieses Jahr drei Welpen mithilfe einer Wildkamera nachgewiesen worden.

Die Ausbreitung des Wolfes erfolge laut Sandrini langsam und punktuell mit einem Schwerpunkt im Westerwald. „Der Wolf besiedelt Rheinland-Pfalz bisher nicht schlagartig“, wird der Experte zitiert. Eine Neugründung eines weiteren Rudels sei im laufenden Jahr zwar grundsätzlich möglich, es lägen aber keine konkreten Daten dazu vor.

Mehr Angriffe und höhere Ausgleichszahlungen

Bis Anfang Juli gab es landesweit 122 gesicherte Wolfsnachweise, im Vorjahreszeitraum waren es 149. Im vergangenen Jahr wurden 45 Übergriffe von Wölfen registriert, bei denen insgesamt 206 Nutztiere geschädigt worden seien. Darunter seien 160 Schafe oder Ziegen, 45 Stück Damwild und ein Kalb gewesen. Im Jahr 2024 habe es 29 Übergriffe mit 125 geschädigten Tieren gegeben.

Die Ausgleichszahlungen für betroffene Tierhalter beliefen sich 2025 auf rund 43.000 Euro. Im Vorjahr lagen sie laut dem Bericht bei fast 20.000 Euro.