Nach der erfolgreichen Rettung der Koblenz Tennis Open wenden sich die neuen Veranstalterinnen nun mit einem Hilferuf an die Öffentlichkeit. In einem offenen Brief ziehen sie Bilanz, erklären die wirtschaftlichen Schwierigkeiten der kurzfristigen Organisation und bitten um Unterstützung für die Zukunft des Turniers.
Erst am 1. Dezember hatten die Agentur-Geschäftsführerinnen Birgit Bach und Johanna Strelow die Verantwortung für das Turnier übernommen, nachdem der vorherige Veranstalter sich zurückgezogen hatte. In nur acht Wochen stellten sie das internationale Event auf die Beine, das vom 1. bis 8. Februar in der EPG Arena stattfand. Trotz des Zeitdrucks beschreiben die Organisatorinnen das Turnier als großen Erfolg mit einer „Arena voller Menschen, Emotionen, Spannung und Atmosphäre“. Sportlich überzeugte das Event unter anderem mit drei deutschen Spielern im Halbfinale.
Spendenaufruf soll Zukunft sichern
Trotz des Erfolgs machen Bach und Strelow nun auf eine wirtschaftliche Lücke aufmerksam. Ein Budget von rund 400.000 Euro in so kurzer Zeit aufzustellen, sei eine enorme Herausforderung gewesen. „Wir sind dieses Risiko bewusst eingegangen, weil wir nicht wollten, dass die Lizenz ins Ausland geht, weil wir an Koblenz glauben und weil wir überzeugt sind, dass Rheinland-Pfalz internationales Spitzen-Tennis verdient“, heißt es in der Erklärung. Dennoch sei es nicht gelungen, alle Kosten zu decken.
Um die finanzielle Stabilität für die Zukunft zu sichern, wurde eine GoFundMe-Kampagne gestartet. Dabei betonen die Organisatorinnen: „Die GoFundMe-Kampagne ist kein Rückzug vor Verantwortung. Wir tragen die wirtschaftliche Lücke und stehen zu unserer unternehmerischen Verantwortung.“ Jeder Beitrag solle helfen, ein tragfähiges Fundament für die kommenden Jahre zu schaffen.
Klares Bekenntnis zum Standort Koblenz
Die Veranstalterinnen bekräftigen ihre Absicht, in Koblenz zu bleiben und das Turnier langfristig zu etablieren. Ängsten, sie könnten sich nach dem Event wieder zurückziehen, treten sie entschieden entgegen: „Wir haben versprochen, dass wir bleiben – und an dieses Versprechen halten wir uns auch.“ Die Stadt fühle sich inzwischen wie ein zweites Zuhause an.
Ihre Vision ist es, die Koblenz Tennis Open zu einem Treffpunkt für die ganze Stadt zu machen, der über den reinen Sport hinausgeht. Begleitende Veranstaltungen wie ein Kindertag oder ein Wirtschaftsabend fanden bereits statt und sollen weiter ausgebaut werden. Die Rettung des Turniers sei gelungen, nun beginne der Aufbau nachhaltiger Strukturen. „Vor acht Wochen haben wir ein Turnier gerettet. Jetzt bauen wir gemeinsam die Struktur, die daraus eine nachhaltige Erfolgsgeschichte macht.“