Arbeiter eingesperrt: Zoll findet illegale Zigarettenfabrik unweit von Koblenz

Dem Zoll ist ein Schlag gegen die organisierte Kriminalität gelungen. Unweit von Koblenz, in Staudt im Unterwesterald, haben Ermittler eine illegale Zigarettenfabrik ausgehoben. Fast 20 Millionen Zigaretten wurden sichergestellt.

Arbeiter eingesperrt: Zoll findet illegale Zigarettenfabrik unweit von Koblenz

Ermittlern des Zolls ist ein großer Schlag gegen die organisierte Kriminalität gelungen. Bei einer großangelegten Aktion in mehreren Bundesländern haben sie eine illegale Zigarettenfabrik ausgehoben. Das hat das Zollfahndungsamt Hannover am Mittwoch, 17. Juni gemeldet. Der SWR berichtete als Erstes.

Die konzertierte Aktion fand bereits am 20., 21. und 22. Mai 2026 statt. Dabei nahmen Spezialeinheiten des Zolls vier Tatverdächtige in Ahlen, Offenbach, Maintal und Salzkotten fest. Bei den Männern im Alter von 25 bis 54 Jahren handelt es sich um rumänische und moldawische Staatsangehörige. Sie sitzen inzwischen in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft Bielefeld wirft ihnen vor, für die Herstellung und den Verkauf der unversteuerten Zigaretten verantwortlich zu sein.

Insgesamt durchsuchten die Einsatzkräfte 13 Lagerhallen und Wohnungen in Nordrhein-Westfalen, Hessen und Rheinland-Pfalz. Im Fokus stand ein ehemaliges Fabrikgelände in Staudt in der Verbandsgemeinde Wirges. Dort entdeckten die Beamten eine komplette Produktionsanlage für Zigaretten und beschlagnahmten mehr als 16 Tonnen Tabak. Weitere zehn Millionen unversteuerte Zigaretten fanden die Ermittler in einer Lagerhalle in Ahlen (Nordrhein-Westfalen) und rund neun Millionen auf einem landwirtschaftlichen Anwesen bei Rüsselsheim (Hessen).

Arbeiter unter fragwürdigen Bedingungen eingeschlossen

Die Zollfahnder gehen davon aus, dass die Bande bundesweit mehr als 80 Millionen Zigaretten verkauft hat. Der Steuerschaden beläuft sich auf rund 5,4 Millionen Euro. Neben den Zigaretten und dem Tabak stellten die Beamten rund 75.000 Euro Bargeld, zahlreiche Smartphones und eine Immobilie sicher.

Die Täter hatten das Gebäude in Staudt aufwendig ausgebaut, um unentdeckt zu bleiben. Sie installierten eine professionelle Geräuschdämmung und eine Videoüberwachungsanlage. Den bisherigen Erkenntnissen nach waren mindestens elf Arbeiter über einen längeren Zeitraum unter fragwürdigen Bedingungen in den Räumen eingeschlossen. So sollte verhindert werden, dass sie in der Nachbarschaft Aufmerksamkeit erregen.

Beharrliche und sorgfältige Ermittlungen

Dr. Tino Igelmann, Leiter des zuständigen Zollkriminalamtes, betonte: „Aufgrund beharrlicher und sorgfältiger Ermittlungsarbeit ist es dem Zoll in diesem Fall gelungen, die gesamte Lieferkette der unversteuerten Zigaretten vom verbotenen Kleinhandel bis hin zur illegalen Produktion im industriellen Ausmaß aufzudecken.“ Das professionelle Vorgehen der Täter zeuge von einer organisierten kriminellen Struktur, die nun zerschlagen worden sei.

An dem dreitägigen Einsatz waren mehr als 120 Kräfte des Zolls, der Polizei aus Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz sowie des Technischen Hilfswerks aus Montabaur und Rüsselsheim beteiligt. Die Ermittlungen des Zollfahndungsamtes Hannover und der Staatsanwaltschaft Bielefeld dauern an.