Nach KiKa-Aus: Koblenzer Musiker geht mit Petitions-Aufruf viral

Der Kinderkanal KiKA soll nur noch online verfügbar sein. Dagegen regt sich Protest – auch von einem Musiker aus Koblenz. Eine Petition hat bereits zehntausende Unterstützer.

Nach KiKa-Aus: Koblenzer Musiker geht mit Petitions-Aufruf viral

Der Kinderkanal (KiKA) soll künftig aus dem linearen Fernsehprogramm verschwinden und nur noch online angeboten werden. Das berichten mehrere Medien übereinstimmend. Hintergrund ist eine geplante Reform des öffentlich-rechtlichen Rundfunks.

Mit einem neuen Reformstaatsvertrag wollen die Bundesländer den öffentlich-rechtlichen Rundfunk moderner und effizienter gestalten. Der Vertragsentwurf sieht vor, dass Spartensender wie KiKA künftig kein eigenes Fernsehprogramm mehr ausstrahlen, sondern ihre Inhalte nur noch über Mediatheken, Apps oder andere Streaming-Plattformen verbreiten.

Der Vertrag soll bereits ab dem 1. Dezember gelten und eine Übergangsphase einleiten, in der geprüft wird, wie und wann der Sender vollständig ins Netz überführt werden kann. Die Zustimmung der Bundesländer Brandenburg, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen steht zwar noch aus, gilt aber als sicher.

Protestwelle im Netz - Koblenzer erreicht Hunderttausende

Gegen die Pläne gibt es eine wachsende Protestwelle. Eine 18-Jährige aus Schleswig-Holstein hat eine Online-Petition gestartet, die bereits von fast 50.000 Menschen unterzeichnet wurde. Sie befürchtet, dass viele Kinder ohne stabilen Internetzugang oder Streaming-Geräte vom Programm ausgeschlossen würden. „KiKA war ein Stück Kindheit, Geborgenheit und Bildung – ein Ort, an dem wir lachen, lernen und träumen durften“, schreibt die Initiatorin.

Auch der Koblenzer Musiker Basti Stein hat über Instagram einen Aufruf gestartet. In einem Video singt er das bekannte Lied „Elefantastisch“ und fordert mit einer Texteinblendung im Video „Petition, dass KIKA nicht abgestellt wird“ zum Handeln auf. In den Kommentaren bittet Stein, das Video „als digitale Unterschrift“ zu teilen. Der Beitrag erreichte bereits über 280.000 Aufrufe auf Instagram und rund 160.000 Aufrufe auf TikTok.

SD-Ausstrahlung bereits beendet

Unabhängig von der geplanten Reform wurde die Ausstrahlung von KiKA in SD-Qualität über Satellit bereits am 18. November beendet. Seitdem ist der Sender über Astra nur noch in HD-Qualität empfangbar. Auf dem alten Sendeplatz informiert ein Laufband über die Umstellung.