Nach einer deutlichen Niederlage gegen den TSV Gau-Odernheim hat die TuS Koblenz Protest eingelegt, weil der Fußballplatz zu klein gewesen sein soll (Merkurist berichtete). Wie der SWR berichtet, hat eine professionelle Vermessung nun offenbar den rheinhessischen Verein entlastet.
Die TuS Koblenz hatte am Samstag (29. August) mit 1:5 gegen den TSV Gau-Odernheim auf dessen Ausweichplatz in Gau-Heppenheim verloren. Im Anschluss hätten die Gäste Protest eingelegt. Der Vorwurf: Das Spielfeld sei zu schmal gewesen. Eine eigene Lasermessung der Koblenzer habe eine Breite von nur 52 Metern ergeben, während die Verbandsregeln mindestens 60 Meter vorschreiben würden.
Der TSV Gau-Odernheim beauftragte daraufhin am Montag ein Vermessungsbüro aus Alzey mit einer professionellen Messung. Oliver Grub, Vorstandssprecher des TSV, fasste die ersten Ergebnisse zusammen. Demnach seien die Platzmaße und die Länge definitiv erreicht worden. „An der Mittellinie, wo wir am Anfang gemessen haben, gibt es minimale Abweichungen. Die sind aber weitestgehend unter einem Prozent“, wird Grub zitiert. Er sei sich sicher: „Am Ende des Tages sind wir weit, weit weg von der Behauptung, dass wir hier nur eine Breite von 52 Metern haben.“ Die Messung der Koblenzer kommentierte Grub mit den Worten: „Das ist sehr vermessen, was da vermessen wurde.“
Messergebnisse liegen vor
In der Zwischenzeit hat der TSV Gau-Odernheim die Messergebnisse des Büros auf seinem Facebook-Account veröffentlicht. Dort heißt es: „Die Vermessung ergab Spielfeldbreiten von 61,0 Metern an der oberen Torauslinie, 59,4 Metern auf Höhe der Mittellinie sowie 57,2 Metern an der unteren Torauslinie. Die Spielfeldlänge wurde mit 100,4 Metern beziehungsweise 100,5 Metern festgestellt und liegt damit durchgehend bei rund 100 Metern. Die vom TSV im Vorfeld vorgenommene orientierende Handmessung im Bereich der Mittellinie ergab eine Breite von 60,1 Metern. Die nun durch das Vermessungsbüro an derselben Stelle festgestellte Breite von 59,4 Metern weicht hiervon um rund 0,7 Meter beziehungsweise etwa 1 Prozent ab. Der TSV 1881 Gau-Odernheim legt die vorliegenden Messwerte vollständig offen und unterstützt die weitere Prüfung durch die zuständigen Verbandsgremien.“
Die Bewertung der regeltechnischen Relevanz der festgestellten Maße sowie die Frage, ob und in welchem Umfang diese Auswirkungen auf das konkrete Spiel und dessen Wertung habe, obliege den zuständigen Verbandsinstanzen. Der TSV werde das Verfahren weiterhin konstruktiv begleiten und vertraue auf eine sachliche, objektive und umfassende Würdigung aller vorliegenden Fakten im Zusammenhang mit der Begegnung vom 29. August 2026, heißt es auf der TSV-Seite weiter.
Verband muss über Protest entscheiden
Mit den Ergebnissen muss sich nun der Fußball-Regional-Verband Südwest (FRV) befassen, der den Protest der Koblenzer bearbeitet. Wie die Entscheidung ausfällt, sei laut SWR noch offen. Der zuständige Spielleiter wolle die offiziellen Messergebnisse an das Sportgericht weiterleiten. Sollte sich die von Koblenz behauptete Abweichung bestätigen, könnte dem TSV Gau-Odernheim die Aberkennung der drei Punkte oder ein Wiederholungsspiel drohen.
Der Vorstandsvorsitzende der TuS Koblenz, Christian Krey, betonte dem Bericht zufolge, dass auch 59,5 Meter weniger als die vorgeschriebenen 60 Meter seien. Die hohe Niederlage habe keine Rolle für den Protest gespielt, dieser sei bereits vor dem Anpfiff angekündigt worden. „Dass es dann so eine Klatsche wurde, ist sportlich sehr schade. Es hat aber keine Relevanz auf die juristische Auseinandersetzung, die wir jetzt mit dem TSV führen“, sagte Krey. Der Trainer des TSV Gau-Odernheim, Florian Diel, sehe das anders. Er halte das, was von Koblenzer Seite kommuniziert werde, für „nahezu üble Nachrede“.