Bewohnerparken in Koblenz: So viele Autos konkurrieren um einen Parkplatz

Die Stadt Koblenz hat neue Zahlen zum Bewohnerparken veröffentlicht. Sie zeigen: In manchen Zonen gibt es doppelt so viele Parkausweise wie Plätze, während andere Bereiche einen Überschuss haben.

Bewohnerparken in Koblenz: So viele Autos konkurrieren um einen Parkplatz

Auf Anfrage der FREIEN WÄHLER-Ratsfraktion hat die Koblenzer Stadtverwaltung aktuelle Zahlen zur Auslastung der Bewohnerparkzonen vorgelegt. Die Daten vom Mai 2026 offenbaren erhebliche Unterschiede bei der Parkplatzsituation für Anwohner in den verschiedenen Stadtteilen. Insgesamt sind in Koblenz 4.824 Bewohnerparkausweise vergeben.

Die entscheidende Kennzahl ist laut Stadtverwaltung das Verhältnis von ausgestellten Parkausweisen zu verfügbaren Stellplätzen. Dieses zeigt, wie viele Anwohner sich rechnerisch einen Parkplatz teilen müssen. Besonders angespannt ist die Lage demnach in der Parkzone 2, die Teile der Altstadt und des Gebiets am Löhrtor umfasst. Hier kommen auf 118 Parkplätze 242 Ausweise, was einem Verhältnis von 2,05 entspricht – also mehr als zwei Anwohner pro Stellplatz.

Auch in anderen Zonen wie der 8B (Teile von Lützel) mit einem Wert von 1,28 und der Zone 4 (Teile der südlichen Vorstadt) mit 1,17 gibt es deutlich mehr Parkausweise als Plätze. Entspannter ist die Situation hingegen in der Zone 3 (Teile der südlichen Vorstadt/Oberwerth), wo 139 Ausweisen 295 Parkplätze gegenüberstehen. Hier liegt das Verhältnis bei nur 0,47.

Stadt spricht von „Mangelverwaltung“

Die Verwaltung bezeichnet die Parkraumbewirtschaftung grundsätzlich als eine „Mangelverwaltung“, da im öffentlichen Raum zu wenig Parkplätze für alle Verkehrsteilnehmer zur Verfügung stehen. Konkrete Belegungszahlen für einzelne Zonen gebe es zwar nicht, jedoch sei in fast allen Bereichen in den Abend- und Nachtstunden eine hohe Auslastung zu beobachten.

Zusätzlich verschärfen laut dem Bericht temporäre Ereignisse wie Baustellen oder Veranstaltungen den Parkdruck. Als aktuelles Beispiel wird der Ausbau der Südallee genannt, der die Situation in den Zonen 9 bis 11 zusätzlich belastet (Merkurist berichtete). Bei solchen Maßnahmen versuche die Stadt, die Einschränkungen so gering wie möglich zu halten, etwa indem Parkverbote auf die Arbeitszeiten beschränkt werden.

Gebührenerhöhung zeigt erste Wirkung

Eine erste Verbesserung für die Anwohner habe laut Stadt die Erhöhung der Gebühren für Bewohnerparkausweise im April 2024 gebracht. Seitdem sei die Anzahl der ausgegebenen Ausweise deutlich zurückgegangen. Wie die Stadtverwaltung mitteilt, wird derzeit an weiteren Maßnahmen gearbeitet, um die Parksituation für Anwohner zu verbessern. Eine entsprechende Vorlage soll voraussichtlich nach der Sommerpause im zuständigen Ausschuss beraten werden.

Klargestellt wird jedoch auch, dass keine zusätzlichen Parkplätze geschaffen werden können, da bereits alle verfügbaren Flächen genutzt würden. Um die Funktionsfähigkeit einer Parkzone zu bewerten, zieht die Verwaltung hauptsächlich zwei Kriterien heran: das Verhältnis von Parkausweisen zu Stellplätzen sowie die Rückmeldungen aus der Bevölkerung.