Was als absurde Idee im Netz begann, hat am Wochenende Hunderte Menschen zum Koblenzer Schloss gezogen: Pudding essen, aber mit einer Gabel, hieß es am Samstag. Der Trend, der mittlerweile in allen Medien Wellen schlägt, stammt ursprünglich aus Karlsruhe und hat sich über soziale Medien, vor allem auf TikTok, rasant verbreitet.
Die Idee ist simpel: Menschen treffen sich auf öffentlichen Plätzen, zählen gemeinsam herunter und essen dann Pudding, allerdings nicht mit einem Löffel, sondern mit einer Gabel.
Vom Internet-Meme zum Schlossplatz
Ursprünglich war die Aktion als absurde Idee gedacht. Doch mittlerweile ist es ein echtes Gemeinschaftserlebnis geworden, weg von der Online-Welt, hin zu spontanen Begegnungen.
Auch in Koblenz folgten viele dem Aufruf über TikTok und Instagram. Im Schlossgarten saßen Gruppen von Jugendlichen, Studierenden, aber auch Ältere auf Decken und Bänken: Alle vereint durch Puddingbecher und eine Gabel.
„Natürlich ist das hier ein soziales Event“, sagt ein Teilnehmer überzeugt. Seine Begleiterin ergänzt: „Das hätte aber nicht funktioniert, wenn wir Pudding mit Löffeln gegessen hätten. Es wäre nicht besonders genug gewesen. Man braucht manchmal einfach etwas Einzigartiges, um Leute zusammenzubringen.“
Warum Koblenz Pudding mit Gabeln isst
Am Schloss erzählen uns die Teilnehmenden, was sie an dem Trend fasziniert. „Ich finde das echt cool hier. Man kommt zusammen, unternimmt was gemeinsam – es hätte aber auch alles andere sein können. Zum Beispiel: Jojos auf Papierflieger werfen“, sagt eine Besucherin.
Eine andere Gruppe hat schon gehört, dass es bald weitergeht: „Das nächste Treffen ist übrigens Kuchen mit Stäbchen“, meint jemand lachend. „Man hört im Koblenzer Untergrund, dass das schon geplant ist.“
Ein junger Mann scherzt: „Ich hab meinen Pudding von irgendjemandem geschenkt bekommen – hätte vielleicht mal aufs Ablaufdatum schauen sollen.“ Eine Teilnehmerin ergänzt: „Ich dachte ehrlich gesagt, Koblenz wäre tot – aber hier sind so viele Leute, das ist richtig schön.“
Auch der Koblenzer Historiker und Video-Creator Marc Holzheimer war vor Ort. „Ich hab mir einmal in die Zunge gepiekt, aber sonst hat’s funktioniert. Pudding mit Gabeln essen ist gar nicht so schwer“, erzählt er schmunzelnd. Zum Abschluss meint Holzheimer: „Irgendwer hatte einfach einen dummen Einfall, aber daraus ist was Lustiges geworden. Es ist schön, dass so ein Event Leute zusammenbringt – auch wenn’s eigentlich total banal ist.“ Und keine Sorge: Am Ende wurde auch der Müll eingesammelt.
Von Karlsruhe bis Koblenz – und darüber hinaus
Der Trend nahm seinen Anfang in Karlsruhe, wo eine spontane Idee über Instagram viral ging. Inzwischen wird das Puddingessen mit Gabeln auch in Städten wie Stuttgart, Berlin, Hamburg, Dortmund und Leipzig gefeiert. Sogar in unser Nachbarland Österreich hat es das ungewöhnliche Puddingessen geschafft.
Für viele ist das Treffen längst mehr als nur ein Spaß. Es gilt als Symbol für reale Begegnungen, für Gemeinschaft und gegen Einsamkeit in Städten. Eine Teilnehmerin bringt es auf den Punkt: „Einfach wieder zusammenkommen und irgendwas machen – das ist das Schöne daran.“