Die Stadtverwaltung Neuwied schlägt vor, den öffentlichen Nahverkehr an jedem Samstag kostenlos anzubieten. Wie die Verwaltung mitteilt, soll der Stadtrat in seiner nächsten Sitzung über den Vorschlag entscheiden.
Geplant ist, dass Bürgerinnen und Bürger wöchentlich im gesamten Stadtgebiet zum Nulltarif mit dem Bus fahren können. Zusätzlich sollen Busse bei Großveranstaltungen wie dem Currywurstfestival oder dem Deichstadtfest an allen Veranstaltungstagen ohne Ticket nutzbar sein.
Der Vorstoß geht auf einen Antrag des „Bündnisses für Neuwied“ zurück. Ursprünglich war beschlossen worden, die Busse an Veranstaltungstagen und an einem Samstag im Monat kostenfrei zu machen. Die Verwaltung sollte daraufhin die Mehrkosten für eine Ausweitung auf jeden Samstag berechnen. Das Ergebnis sei ein überschaubarer Unterschied. „Letztlich kommen wir nur auf etwas mehr als 30.000 Euro Mehrkosten im Jahr, haben aber einen viel größeren Nutzen. Wir sind sehr zuversichtlich, dass der Rat das auch so sehen wird“, kommentiert der Beigeordnete Ralf Seemann. Da bereits Vorgespräche mit den Busbetreibern geführt wurden, könnte die Maßnahme bei einem positiven Beschluss zeitnah, voraussichtlich noch im Mai, umgesetzt werden.
Finanzierung durch Parkgebühren
Finanziert werden soll der kostenlose Busverkehr über die Einnahmen aus den Parkgebühren. Die Stadt hatte die Tarife in der Innenstadt erstmals nach 14 Jahren auf 1,20 Euro pro Stunde angepasst. „Einen Teil davon geben wir so an die Bürger zurück und schaffen gleichzeitig einen Anreiz, das Auto stehen zu lassen, womit auch die Verkehrsbelastung für die Anwohner sinkt“, erklärt Seemann.
Auch Oberbürgermeister Jan Einig sieht in dem Vorschlag großes Potenzial. Ziel sei es, die Innenstadt zu entlasten, die Erreichbarkeit zu verbessern und gleichzeitig Handel und Gastronomie zu stärken. „Wenn jeder weiß: samstags ist Busfahren kostenlos, dann setzt sich das schnell durch. Das ist einfach, klar und alltagstauglich“, ist Einig überzeugt. Das Angebot soll im gesamten Stadtgebiet gelten, also auch für Fahrten in die Stadtteile.