Rheinpegel in Koblenz soll unter null fallen – das sind die Folgen

Die Hochwasservorhersagezentrale erwartet für das Wochenende einen historischen Tiefstand am Rheinpegel Koblenz. Was ein Wert von minus 5 Zentimetern für die Schifffahrt bedeutet.

Rheinpegel in Koblenz soll unter null fallen – das sind die Folgen

Für den Rhein bei Koblenz wird am Wochenende erneut ein historisches Niedrigwasser erwartet. Laut der Hochwasservorhersagezentrale Rheinland-Pfalz soll der Pegel am Sonntag, 16. August 2026, auf bis zu minus 6 Zentimeter sinken. Doch das ist weniger dramatisch, als es klingt.

Ein negativer Wert bedeutet nicht, dass der Rhein kein Wasser mehr führt. Gegenüber der Rheinischen Post hat der Experte Florian Krekel, Sprecher des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Rhein, erläutert, was dahinter steckt.

Das Kernstück jedes Pegels ist die sogenannte Pegellatte, eine Messskala, die am Ufer angebracht ist. Ihr Nullpunkt wurde zum Zeitpunkt der Einrichtung des Pegels in mehr oder weniger willkürlicher Höhe festgelegt. Fällt der Wasserstand unter diesen Punkt, werde ein negativer Wert angezeigt.

Pegelstand ist nicht gleich Wassertiefe

„Für die Schifffahrt ist entscheidend, dass der Wasserstand am Pegel nicht mit der Wassertiefe gleichgesetzt werden darf“, erklärt Krekel. Die tatsächliche Tiefe in der Fahrrinne ist auch bei einem negativen Pegelstand noch deutlich höher.

Die Messgeräte können auch bei solch niedrigen Ständen zuverlässig arbeiten. Am Pegel kommen voneinander unabhängige Systeme zum Einsatz, die den Wasserstand über eine Druckmessung ermitteln. Diese Messpunkte liegen deutlich unterhalb des Nullpunkts der Pegellatte und können somit auch bei weiter fallendem Wasserstand verlässliche Daten liefern.

Folgen für die Schifffahrt

Folgen von Niedrigwasser gibt es für die Schifffahrt grundsätzlich. Frachtschiffe können nur noch einen Bruchteil ihrer Maximalladung transportieren, um ihren Tiefgang zu verringern. Dadurch steigen die Kosten. Für dieselbe Menge an Fracht sind deutlich mehr Fahrten und kleinere Einheiten nötig. Unterschreiten wichtige Engpässe im Flussverlauf kritische Marken, kann die gewerbliche Frachtschifffahrt zeitweise auch komplett zum Erliegen kommen.

Viele Flusskreuzfahrtschiffe und touristische Tagesboote müssen bei Niedrigwasserständen ihre Fahrten absagen. Querende Auto- und Personenfähren kämpfen mit Problemen an Anlegestellen und müssen den Betrieb daher einstellen. Private Sportboote können Häfen oft nicht mehr verlassen.